Flensburg eine Nummer zu groß

Schnellcheck: MT Melsungen unterliegt bärenstarken Flensburgern 25:32

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Kassel. Nichts war es mit dem erneuten Coup gegen die SG Flensburg-Handewitt. Handball-Bundesligist MT Melsungen hat gegen das Topteam aus dem Norden eine 25:32 (14:19)-Niederlage hinnehmen müssen. Hier ist der Schnellcheck zum Spiel:

In welcher Phase kippte die Begegnung?

Etwa bis zur 20. Minute bewegten sich beide Teams auf Augenhöhe. Es ging hin und her. Mal führte die MT, etwa nach dem Treffer von Marino Maric zum 5:4 (8. Minute), mal hatten die Gäste die Nase hauchdünn vorn, als Holger Glandorf zum 8:7 für Flensburg abschloss (14.).

Doch dann schlichen sich ins Aufbauspiel der Gastgeber Fehler ein. Es fehlte an Genauigkeit. Die Nordlichter hingegen agierten variabel und zogen dank Thomas Mogensen, Lasse Svan und Johan Jakobsson auf 19:13 (30.) davon. Und sie hatten Mattias Andersson im Tor, der allein im ersten Durchgang 14 Würfe entschärfte. MT-Schlussmann René Villadsen hielt im selben Zeitraum sechs Würfe – ein Knackpunkt.

Wie kamen die Gastgeber aus der Kabine?

In Sachen Kampf und Einsatz kann den Melsunger Handballern kein Vorwurf gemacht werden. Sie gaben alles, doch der letzte Tick fehlte. Nur ein Beispiel: Jeffrey Boomhouwer vereitelt mit einer Rettungstat eine Chance der Gäste, doch im Gegenzug wirft Philipp Müller den Ball am Tor vorbei. Es hätte das 19:23 aus MT-Sicht sein können (37.). Doch stattdessen bauten die Gäste auch dank ihres überragenden Schlussmannes die Führung nach und nach auf 27:19 (43.) aus.

Kurzum: Flensburg spielte sich in einen Rausch und traf aus fast allen Lagen. Die Gäste feierten jeden Ballgewinn in der Deckung. Und die MT musste einsehen, dass die SG dieses Mal einfach eine Nummer zu groß war. Der Titelanwärter demonstrierte Stärke. Bezeichnend die Situation in der 48. Minute: Momir Rnic scheitert per Siebenmeter an Andersson. Wir erinnern kurz ans Hinspiel. Da sorgte der Serbe vom Punkt für die Entscheidung. Am Mittwoch war für die MT gegen diese Flensburger aber nichts zu holen.

Gab es einen Aufreger während der 60 Minuten?

Sagen wir es so: Die eine oder andere Entscheidung des Schiedsrichter-Duos löste im ersten Durchgang diverse Pfeifkonzerte aus und brachte unnötige Hektik in die Partie.

Wer war der Mann des Spiels?

Da gibt es, leider aus MT-Sicht, keine zwei Meinungen: Flensburgs Torwart Mattias Andersson.

Lohnt sich ein Blick in andere Handball-Arenen?

Aber hallo! Melsungens schärfster Konkurrent um den vierten Tabellenplatz, die Füchse Berlin, verloren bei Hannover-Burgdorf 22:25. Damit halten die Melsunger den Vorsprung von vier Punkten – mit anderen Worten: Niederlage abhaken, halb so wild, nichts passiert. Aber jetzt kommt’s: Der THW Kiel unterlag in Magdeburg 28:29 – damit zog Flensburg am Nordrivalen vorbei.

Zurück nach Kassel: Wie war die Stimmung in der Rothenbach-Halle?

MT-Trainer Michael Roth hatte einen Hexenkessel gefordert – und er bekam ihn. 4300 Fans sorgten nicht nur für eine beeindruckende Kulisse, sondern auch für ohrenbetäubende Atmosphäre. Aber auch die zahlreich mitgereisten Gästefans trugen ihren Teil zu der tollen Stimmung bei.

MT Melsungen verliert gegen Flensburg 25:32

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