Schnellcheck: Melsunger verlieren gegen Rekordmeister

MT kommt zu spät auf Touren - 23:30-Niederlage gegen den THW Kiel

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Erielte sechs Tore: Johannes Sellin

Kassel. Eine Halbzeit lang waren die MT-Handballer im Bundesliga-Schlagerspiel gegen den THW Kiel ein ebenbürtiger Gegner. In der ersten Hälfte hatte die MT Melsungen aber klare Nachteile. Weswegen unter dem Strich eine klare und verdiente 23:30 (10:18)-Niederlage stand.

Unser Schnellcheck

Wie war das 23. Duell der beiden Teams in der Bundesliga? 

Passend zum Tabellenstand. Die MT begann zwar recht vielversprechend und ging durch Momir Rnic in der fünften Minute mit 2:0 in Führung. Recht schnell wurde aber auch deutlich, warum der THW der THW ist und als Spitzenreiter zehn Ränge vor den Nordhessen steht. Jede noch so kleine Schwäche bestraften die Norddeutschen sofort und warfen den Turbo an. 

Aus einem 1:3 machte Kiel ein 6:3, wobei zwei Treffer des Favoriten aus Tempogegegenstößen resultierten: Raul Santos zum 5:3, Niclas Ekberg zum 6:3 (10.). Ansonsten bekamen die Gastgeber den Halblinken Nikola Bilyk nicht in den Griff. Der THW-Neuzugang, der am 9. Januar mit Österreich zum Testspiel gegen Deutschland wieder in Kassel gastieren wird, war kaum zu halten. 

Und da Europameister Andreas Wolff einige freie Bälle der Melsunger entschärfte, lief die Partie genau so, wie sie aus Sicht der MT eben nicht laufen sollte. Die Hausherren fanden im Angriff nur selten brauchbare Lösungen und wurden so mehrfach ausgekontert. Zwischen ihrem sechsten Tor durch Michael Allendorf und dem siebten des früh eingewechselten Dener Jaanimaa lagen sieben Minuten. In dieser Zeit traf der Gast indes siebenmal. Macht 16:7. 

Also: Wenn die MT das Ziel hatte, den Rekordmeister ins Grübeln zu bringen, dann gelang ihr das im ersten Abschnitt nicht. 

In Halbzeit zwei war das ganz anders. Melsungen hatte in Jaanimaa und Timm Schneider belebende Elemente im Rückraum, Johan Sjöstrand hielt immer besser und seine Vorderleute verteidigten verbissen. Endlich ging auch bei den Hausherren die Post ab. Mit der Folge, dass ihr Rückstand langsam kleiner wurde. In der 51. Minute gelang Rnic das 20:24. Kurz darauf erzielte Youngster Johannes Golla das 22:26. Enger wurde es nicht, weil die MT zu viele hochkarätige Chancen vergab und die Schiedsrichter bei zwei, drei 50:50-Entscheidungen nicht die Heimsieben begünstigten.

War denn das Ergebnis verdient? 

Auf jeden Fall. Schon wegen der Kräfteverhältnisse in den ersten 30 Minuten, aber auch, weil die Melsunger allein drei Siebenmeter nicht verwandeln konnten. Johannes Sellin, Michael Allendorf und Rnic scheiterten je einmal vom Punkt.

Wer war der Mann des Abends? 

Es gab schon zwei: die Tormänner der Kieler. Andi Wolff parierte im ersten Durchgang hervorragend, sein dänischer Mitstreiter Niklas Landin hatte im zweiten Abschnitt einige großartige Aktionen. Wohl dem, der so prominent wechseln kann.

MT kommt zu spät auf Touren - 23:30-Niederlage gegen den THW Kiel

Wie war die Stimmung in der Kasseler Rothenbach-Halle? 

Zuschauer, die schon eine Stunde vor dem Anwurf ungeduldig hinter der Barriere das Aufwärmen der Teams erwarten. Fans, die zum Einlaufen der Mannschaften Leuchtstäbe in die Höhe halten. Es war schon vor dem Anwurf des Bundesliga-Krachers einiges auf dem Messegelände los. Doch dass die Halle mit 4300 Zuschauern ausverkauft war, merkte man erstmals richtig in der vierten Minute. Nach dem 1:0 von Rechtsaußen Johannes Sellin auf Zuspiel von Michael Müller wurde es so laut unterm Dach, dass selbst Besucher mit Ohrstöpseln zusammenzuckten.

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