Handball-Bundesliga

25:28 - Verunsicherte Melsunger verlieren Hessenderby gegen Wetzlar

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Kein Durchkommen für Michael Müller.

Kassel. Welch eine Enttäuschung. Nach der Pleite in Balingen hat die MT Melsungen jetzt auch noch das Derby gegen die HSG Wetzlar verloren.

Der heimische Handball-Bundesligist unterlag in der ausverkauften Rothenbach-Halle 25:28 (11:12). Damit ist der Melsunger Fehlstart in den November perfekt – auch deshalb, weil die Nordhessen den letzten Biss vermissen ließen.

Vor dem Anwurf zu diesem Derby gab es zunächst die Frage: Wer ersetzt den gesperrten Philipp Müller im Melsunger Mittelblock? Die Antwort: Marino Maric. Und die neu formierte 6:0-Abwehr der MT machte ihre Sache zunächst gut. Von Beginn an war die Deckung hellwach. Der Mannschaft von Michael Roth war deutlich anzumerken, dass sie nach der Pleite in Balingen auf Wiedergutmachung aus war. Die Körpersprache stimmte, der Einsatz passte, nur im Angriff ließ sie einige Möglichkeiten ungenutzt.

MT Melsungen verliert Hessenderby gegen Wetzlar

Nicht ganz unschuldig daran war Wetzlars Torwart Benjamin Buric, der sich immer wieder als Spielverderber entpuppte – unter anderen Michael Müller (2. Minute), Maric (19.) und Patrik Fahlgren (27.) können ein Lied davon singen. Dass Linksaußen Michael Allendorf einen Heber daneben setzte (3.) und Momir Rnic den Ball hoch hinters Tor ins Fangnetz drosch, unterstrich die fehlende Kaltschnäuzigkeit der MT im Angriff.

So liefen die Nordhessen erst mal einem Rückstand hinterher. Filip Mirkulovski eröffnete den Schlagabtausch in der vierten Minute mit der Führung für die Mittelhessen. Ein bisschen Pech kam für die MT auch hinzu. Allein zweimal kullerte der Ball durch die Beine von Melsungens gesundheitlich angeschlagenem Keeper Johan Sjöstrand. Doch es gab auch die besonderen Momente, etwa als Maric mit einer artistischen Einlage das 7:7 erzielte (18.).

Keine Frage, dieses Duell hatte es in sich. 4300 Zuschauer sorgten für eine prächtige Derby-Kulisse. Als die MT durch den Treffer von Johannes Sellin in der 28. Minute erstmals in Führung ging (11:10), stand die Rothenbach-Halle kopf.

War die erste Hälfte schon mitreißend, legten beide Teams zu Beginn des zweiten Abschnitts noch eine Schippe drauf. Aber irgendwie fehlte bei den Melsungern der letzte Biss. Die Fehler häuften sich. Obwohl der eingewechselte Schlussmann René Villadsen einige Würfe entschärfte, blieb die entscheidende Initialzündung bei den Nordhessen aus.

Eine Fotostrecke mit Bildern folgt am Donnerstag vormittag.

Ratlos: Die Melsunger Timm Schneider, Momir Rnic, Michael Roth und Michael Müller. 

Stattdessen agierten die Melsunger nervös und verunsichert. Sellin brachte sie zwar mit einem Treffer aus dem Rückraum mit 19:18 in Führung (41.). Doch die Mannschaft schaffte es nicht, in einen Lauf zu kommen. Nichts ging leicht von der Hand. Zumal die Mittelhessen einen überragenden Buric im Kasten hatten.

Als Wetzlars Rechtsaußen Kristian Björnsen auf 24:21 für die Gäste stellte (49.), wurde es eng für die MT. Und sie war nicht in der Lage, sich der drohenden Derby-Pleite entgegenzustemmen. Dass sowohl Sellin (55.) als auch Allendorf (58.) in der Schlussphase vom Siebenmeterpunkt scheiterten, verdeutlichte Melsungens Misere. Wetzlars Stefan Cavor machte mit seinem Treffer zum 28:24 (60.) den Sack für die Mittelhessen schließlich zu. Und bei der MT kehrt nach dem tollen Oktober erst mal wieder Ernüchterung ein.

Weitere Begegnungen des Spieltags

  • SG Flensburg-Handewitt - HBW Balingen-Weilstetten 36:18
  • SC Magdeburg - TSV Hannover-Burgdorf 22:37
  • TBV Lemgo - Frisch Auf Göppingen 27:26
  • HSC 2000 Coburg - THW Kiel 23:30

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