Badener eine Nummer zu groß

Handball: MT Melsungen verliert Topspiel gegen Rhein-Neckar Löwen 24:34

Melsunger Johannes Sellin beim Sprungwurf
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Melsunger Johannes Sellin beim Sprungwurf

Mannheim. Der Lauf der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga ist beendet. Im Topspiel bei den Rhein-Neckar Löwen in der Mannheimer SAP-Arena hatten die Nordhessen keine Chance und gingen 24:34 (12:16) unter.

Gegen die bärenstarke Abwehr der Badener mit dem glänzend aufgelegten Torwart Mikael Appelgren fanden die Gäste kein Rezept.

Schon vor dem Anwurf hatten die Nordhessen eine schlechte Nachricht zu verdauen. Die etatmäßige Nummer eins, Johan Sjöstrand, muss doch unters Messer. Im Spiel gegen Wetzlar hatte sich der 29-Jährige einen Riss im Kahnbein zugezogen. An diesem Freitag wird die Hand des Torwarts im Kasseler Klinikum operiert. Damit wird der Schwede mindestens sechs Wochen ausfallen.

Aber das ist Zukunftsmusik. Erst mal galt es, bei den Rhein-Neckar Löwen zu bestehen und womöglich eine Überraschung zu landen. Doch bereits nach fünf Minuten lagen die Gäste aus Nordhessen 0:3 zurück. Wie schon im Pokalspiel eine Woche zuvor klappten bei der MT die Zuspiele an den Kreis überhaupt nicht, und die Würfe aus dem Rückraum waren meist leichte Beute für den ehemaligen MT-Schlussman Appelgren.

In den ersten 30 Minuten ging das Duell der Torleute ganz klar an den Keeper der Rhein-Neckar Löwen. Sjöstrand-Ersatz René Villadsen im Kasten der Melsunger erwischte – sagen wir es vorsichtig – keinen Sahnetag. Aber den hätte der Tabellenvierte aus Melsungen dringend gebraucht. Denn im Angriff taten sich die Nordhessen schwer. Viel Stückwerk. Viel Arbeit. Wenig leichte Tore. Nur der Heber von Johannes Sellin zum 8:10 aus MT-Sicht (18.) versprühte ein wenig jene Spielfreude, die die Melsunger in den vergangenen Bundesliga-Partien auszeichnete.

MT-Trainer Michael Roth reagierte, brachte Patrik Fahlgren für Timm Schneider auf der Spielmacher-Position. Bezeichnend, dass der Schwede in seiner ersten Aktion gleich mal an Appelgren scheiterte. Angeführt vom überragenden Regisseur Andy Schmid zogen die Löwen so Schritt für Schritt davon. Immerhin brachte Sellin die Gäste unmittelbar vor der Pause wieder in Schlagdistanz, als er einen Siebenmeter zum 12:16 verwandelte.

Allerdings machten die Löwen im zweiten Durchgang genau da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. An der bärenstarken Deckung mit Europameister Hendrik Pekeler und Gedeon Guardiola bissen sich die Melsunger die Zähne aus. Außerdem hatten die Badener noch einen gewissen Appelgren im Tor. Auf der anderen Seite erlebte der junge MT-Schlussmann Maurice Paske sein Bundesliga-Debüt. Der 20-Jährige kam für den glücklosen Villadsen. Doch auch Paske konnte den Siegeszug der Löwen nicht aufhalten.

Vor 9154 frenetisch feiernden Zuschauern wirbelten die Hausherren, sie wollten zurück an die Tabellenspitze, und ihnen gelang fast alles – Schmid, der Mann des Tages, traf sogar von der Torauslinie in den Winkel. Das war das 20:29 (53.) aus Melsunger Sicht. Zu diesem Zeitpunkt ging es für die Gäste nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Das gelang nur bedingt.

Damit hat sich das Thema Meisterschaft für die Nordhessen erst einmal erledigt. Die Löwen hingegen haben sich eindrucksvoll zurückgemeldet im Titelrennen.

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