Drittrunden-Hinspiel in Kroatien

Melsungens Handballer wollen sich im EHF-Pokal rehabilitieren

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MT-Trainer Michael Roth

Melsungen. Die Achterbahnfahrt der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga geht weiter. Ausgerechnet der Europapokal soll die ins Trudeln geratenen Nordhessen zurück in die Erfolgsspur führen. Bei HC Zamet in Kroatien steht die erste Chance dafür bevor.

Der Europacup als Therapie? Bei den Handballern der MT Melsungen wird nach dem schlechten Saisonstart in der Handball-Bundesliga auf die heilsame Wirkung des internationalen Wettbewerbs gesetzt. "Wir wollen uns dort Selbstvertrauen holen, eine Runde weiterkommen und die Basis für die nächsten Spiele in der Liga legen", sagte MT-Coach Michael Roth vor der Partie am Samstag beim kroatischen Vertreter HC Zamet.

Die unerwarteten Niederlagen in Balingen und am Mittwochabend im Hessenderby gegen die HSG Wetzlar haben die sportliche Krise bei den Nordhessen erneut verschärft. Und das, nachdem sich die MT nach einem schlechtem Saisonstart eigentlich schon erholt hatte. "Wir haben momentan eine schwierige Phase. Unser ganzes Konstrukt wackelt", bilanzierte Roth. Viele Spieler sind dem hohen Erwartungsdruck nach der starken Vorsaison auf Platz vier momentan nicht gewachsen und sind laut Roth hochgradig nervös. Zu viele Leistungsträger laufen zudem ihrer Bestform hinterher.

"Aus der ersten Krise haben wir uns herausgekämpft. Das ist jetzt die zweite. Die verlorenen Punkte sind nicht mehr aufzuholen. Aber wir wollen zumindest versuchen, die Saison zu retten", sagte Roth. Der 54-Jährige ist sicher kein Prophet, wenn er sagt, dass noch "ein steiniger Weg" vor seiner Mannschaft liege.

Druck aus dem Umfeld verspürt er nicht. "Nur meinen eigenen, den ich mir selbst auferlege", erklärte der frühere Nationalspieler. Noch ist es ruhig im beschaulichen Melsungen. Leistungseinbrüche wie in dieser Saison sind eingeplant bei einem Verein, für den es in den vergangenen Jahren nur in eine Richtung ging: bergauf.

Das Drittrunden-Hinspiel in der Qualifikation des EHF-Pokals in der Hafenstadt Rijeka in der Kvarner Bucht soll nun den Negativtrend stoppen. "Wir müssen schauen, dass wir zusammenbleiben. Wir können nur als Kollektiv bestehen. Wir haben Keinen, der es allein umbiegen kann", erklärte der Coach.

Gegen Zamet erwartet Roth einen "technisch guten Gegner ohne große Namen. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht in einen Negativstrudel geraten", warnte er. Die Reise an die Adria will er auch intensiv nutzen, um Gespräche mit seinen verunsicherten Spielern zu führen und um als Mannschaft noch näher zusammenzurücken.

Personell kann er dabei fast aus dem Vollen schöpfen. Einzig der langzeitverletzte Gabor Langhans sowie Jeffrey Boomhouwer werden am Freitag nicht mit ins Flugzeug steigen. Philipp Müller sowie der zuletzt erkrankte Torwart Johan Sjöstrand können wohl spielen. "Johan haben wir nach seiner fiebrigen Erkältung geschont. Ich gehe aber davon aus, dass er spielen kann", sagte Roth.

Von Susan Dobias, dpa

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... die Entfernung von Kassel nach Rijeka rund 1000 Kilometer beträgt und mit dem Auto in zehn bis elf Stunden zu bewältigen ist?
  • ... Rijeka der Haupthafen Kroatiens ist, sich über eine Fläche von 44 Quadratkilometern erstreckt (Kassel hat eine Fläche von rund 107 km²) und mit knapp 129.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Kroatien ist?
  • ... der Klub HC Zamet, der Gegner der MT Melsungen, in einem Stadtteil Rijekas liegt, der über ein multifunktionales und architektonisch besonderes Zentrum verfügt, in dem 51.000 keramische Steinzeugfliesen so verarbeitet sind, als sei die Anlage ein dreidimensionales Puzzle?
  • ... neben Handball und Fußball auch Wasserball zu den populärsten Sportarten in Rijeka zählt?
  • ... Zamets Co-Trainer Valter Matosevic früher in der Bundesliga aktiv war und zu Wetzlarer Zeiten gemeinsam mit MT-Manager Axel Geerken das Tor gehütet hat?

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