Vor dem Hessenderby der MT: „Wir können es besser“

Uneins: Melsungens Timm Schneider (am Boden) und die Löwen-Spieler Gedeon Guardiola (links) und Uwe Gensheimer. Foto: Binder

Mannheim. Als die Pressekonferenz lief und auf dem großen Videowürfel unterm Dach der Mannheimer SAP-Arena gezeigt wurde, saß Patrik Fahlgren bereits im Melsunger Mannschaftsbus.

Es war zwar noch keine 20 Minuten her, dass der Schwede mit seinem Team eine 23:26-Niederlage im Viertelfinale des deutschen Handball-Pokals bei den Rhein-Neckar Löwen quittieren musste. Aber der Regisseur der MT Melsungen hatte das Ausscheiden rasch abgehakt: „Wir haben ein super-wichtiges Spiel gegen Wetzlar vor uns. Am Samstag geht es um die Europapokalplätze.“

Komplett ohne Rückschau wird sein MT-Trainer Michael Roth bei der Vorbereitung auf das Hessenderby (Anwurf: 19 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) allerdings nicht auskommen wollen. „Wir können es besser. Wir hatten nicht die Form, um gegen einen Champions-League-Teilnehmer zu bestehen“, resümierte Roth. Er beklagte zu viele technische Fehler und leichtfertig vergebene Chancen. Bezeichnend: Sein Team führte 4:2. Dabei wäre auch ein 7:2 drin gewesen. Dann hätte der Vergleich womöglich einen anderen Verlauf genommen.

„Wir sind hektisch geworden“, räumte Fahlgren Schwächen im Angriffsspiel ein. Die Bälle wurden zu oft zu leicht hergegeben, Michael Müller, Momir Rnic und ihre Mitstreiter kamen aus dem Rückraum nicht so zum Zug wie in den erfolgreichen Liga-Partien zuvor.

„In der Abwehr hat aber vieles gepasst“, betonte Melsungens Timm Schneider, „das können wir in das Duell mit Wetzlar nehmen.“ Klar, aus dem Positionsangriff der Löwen hatte seine Mannschaft recht wenige Treffer an diesem Abend kassiert. Im zweiten Abschnitt standen die Gastgeber aber etwas sicherer in der Abwehr – inklusive Torwart.

Anfangs schien es, als wollten sich der Ex-Melsunger Mikael Appelgren und sein Gegenüber Johan Sjöstrand mit Glanztaten förmlich übertreffen. „Johan, was machst du da? Jetzt bin ich so gut drin und dann fängst du so an“, erzählte Appelgren später schmunzelnd, was er sich nach den ersten Minuten gedacht hatte. Während bei den vorherigen Kräftemessen der beiden Klubs Sjöstrand Vorteile hatte, durfte diesmal „Apfel“ frohlocken.

Dennoch zollte der blonde Zottelkopf seinem Ex-Verein gehörigen Respekt: „Die MT bewegt sich auf einem höheren Niveau als in der letzten Saison.“ Ob seine alten Kollegen auch noch in den Kampf um die Bundesliga-Meisterschaft eingreifen können, vermag er nicht zu sagen: „Wenn sie auch in den vermeintlich leichteren Spielen die nötige Disziplin zeigen, warum nicht?“

Sollte die MT gegen Wetzlar gewinnen, hat sie auf jeden Fall nächsten Donnerstag (20.15 Uhr) bei den Löwen ein weiteres Topspiel. Fahlgren blickt durchaus zuversichtlich nach vorn: „Obwohl wir im Pokal nicht unser bestes Spiel geboten haben, waren wir letztlich gar nicht so weit entfernt.“

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