MT holt Europameister Finn Lemke von Magdeburg nach Melsungen

Umjubelter EM-Held: Finn Lemke (rechts, hier bei einem Empfang in Berlin) wurde im Januar mit Deutschland Europameister. Kommenden Sommer wechselt er von Magdeburg nach Melsungen. Foto: dpa

Kassel. Einer für jetzt, einer für nächste Saison: Handball-Bundesligist MT Melsungen hat auf dem Transfermarkt kräftig zugeschlagen.

Im nächsten Sommer kommt Europameister Finn Lemke vom SC Magdeburg zur MT – der zweite aktuelle deutsche Nationalspieler nach Tobias Reichmann, dessen Verpflichtung im August bekanntgegeben wurde. Der 24-Jährige unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag und wird bei den Nordhessen auch die Position von Momir Rnic einnehmen, dessen Vertrag 2017 ausläuft.

Porträt: Finn Lemke

Ob Melsungens Trainer Michael Roth an ein Spiel vom 8. Februar 2014 dachte, als er zusammen mit Manager Axel Geerken 2015 erstmals Kontakt zu Finn Lemke aufnahm, ist nicht bekannt. An jenem Tag im Winter hatte der 2,10 m große Handball-Profi für den TBV Lemgo zehn Treffer erzielt – im Bundesliga-Auswärtsspiel gegen die MT Melsungen.

Doch die Auftritte des Hünen während seiner Zeit in Ostwestfalen waren ein wichtiger Grund, dass die MT den Rückraumspieler zur kommenden Serie unter Vertrag nimmt. „In Lemgo hatte er die volle Verantwortung. Da hat er vorn wie hinten geglänzt“, sagt Roth, „er ist eine absolute Integrationsfigur. Das Paket Lemke passt gut zu uns.“

Inzwischen spielt der gebürtige Bremer für den SC Magdeburg – und feierte etliche große Erfolge: Europameister und Olympia-Dritter mit der deutschen Nationalmannschaft, Pokalsieger mit dem SCM. Nur: Er wird vor allem in der Abwehr eingesetzt, eher selten im Angriff.

„Ich selbst sehe mich weder als bloßen Abwehrspezialisten, noch als reinen Shooter. Letztlich geht es im Handball ja nicht um den Einzelnen, sondern darum, dass die Mannschaft gewinnt. Und dazu will ich mit meinen Fähigkeiten eben beitragen”, erklärt Lemke. Dass er sich für die MT entschieden hat, liegt daran, dass sich der Vorjahresvierte früh um Lemke bemühte – noch vor dem EM-Triumph. „Der Verein hat mir schon in den ersten Gesprächen ein besonderes Gefühl vermittelt. Trainer Michael Roth hat mir die Möglichkeiten aufgezeigt und was er von mir erwartet. Das hat mir gefallen“, sagt der Noch-Magdeburger. Mitte September hatte er dem SCM mitgeteilt, dass er nicht bei den Sachsen-Anhaltinern bleiben möchte.

Lemke ist nach Tobias Reichmann der zweite aktuelle deutsche A-Nationalspieler, den die Melsunger zur nächsten Runde verpflichteten. „Unsere beiden jüngsten Personalien passen exakt in unser Anforderungsprofil. Wenn die Spieler außerdem auch noch internationale Erfahrung mitbringen, umso besser”, stellt Geerken erfreut fest.

Lemke tritt mit Magdeburg in dieser Serie im EHF-Cup an. Es könnte für ihn also auch noch auf europäischer Bühne zu einem Duell mit Melsungen kommen.

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