Vorstellung des Rückraumschützen

Jaanimaa darf schon mitmischen: MT mit Neuzugang gegen Göppingen

Melsunger Angriffslust: Neuzugang Dener Jaanimaa (links) und Trainer Michael Roth. Foto: Kasiewicz

Kassel. Am Donnerstagmittag traf er in Melsungen ein, am Nachmittag absolvierte er bei der MT sein erstes Training. Grund genug, den 27 Jahre alten Rückraumschützen vorzustellen.

Aktuelles zu dem Spiel gibt es auf Kassel Live.

Bereits am Samstag ab 19 Uhr im Heimspiel des nordhessischen Handball-Bundesligisten gegen Frisch Auf Göppingen wird Dener Jaanimaa zum ersten Mal das Melsunger Trikot mit der Rückennummer 24 tragen. Die Spielberechtigung liegt vor.

Die Herkunft

Jaanimaa kommt aus? Ja, genau, Estland. Dies ist keine große Handball-Nation. Die Nationalmannschaft Estlands hat sich etliche Male um eine Teilnahme an Welt- und Europameisterschaften bemüht – immer vergeblich. Dabei ist der Neu-Melsunger nicht der einzige estnische Profi in der Bundesliga bei Hannover-Burgdorf spielt mit Mait Patrail ein bekannter Landsmann Jaanimaas.

Die Anfänge

Wie der wurfgewaltige Linkshänder zum Handball gekommen ist? „Gute Frage“, sagt der Mann aus der Hauptstadt Tallinn, „ich war damals zehn, habe mal mittrainiert, und es hat gleich ganz gut geklappt.“ Sein erster Verein in seiner Heimat hieß Siili PK.

Die bisherige Karriere

Im Alter von 20 Jahren verließ Jaanimaa die Heimat und ging nach Schweden zum dortigen Erstligisten Lindesberg. 2011 heuerte er beim deutschen Zweitligisten EHV Aue an, ehe er 2013 zum ThSV Eisenach wechselte. Im Trikot der Thüringer fiel er erstmals den Melsunger Verantwortlichen auf. Da der Este aber 2014 einen Kreuzbandriss erlitt, nahmen sie zunächst wieder Abstand von einer Verpflichtung. Jaanimaa heuerte nach langer Pause dann beim HSV in Hamburg an, nach dessen Insolvenz Anfang des Jahres holte ihn der seinerzeit personell geschwächte Rekordmeister THW Kiel, bei dem er oft seine Torgefahr bewies.

Der Wechsel

„Eine glückliche Fügung hat ihn jetzt zu uns gebracht“, sagt MT-Trainer Michael Roth. Wohl wahr: Zum einen haben die Kieler zurzeit ein Überangebot an Linkshändern und können diesen Abgang durchaus kompensieren, zum anderen waren die Nordhessen durch den langfristigen Ausfall von Gabor Langhans um Ersatz bemüht. Noch mindestens vier Wochen wird der Ex-Lübbecker ausfallen. „Ich hatte Anfragen von einigen Klubs, die ich abgelehnt habe. Mir war klar: Wenn die MT kommt, dann will ich dahin“, erklärt Jaanimaa, „das ist ein super Verein, ich habe nur Gutes gehört.“

Die Qualität

Mit 1,85 m ist der Este für einen Rückraumspieler nicht besonders groß. Die körperlichen Nachteile macht der Schütze durch einen kräftigen Armzug und einen ebenso hohen Absprung wett. „Er ähnelt damit ein bisschen Christian Zeitz“, meint Roth. Kurios: Weil Kiel Zeitz aus Ungarn zurückholte, hatte der THW für Jaanimaa zuletzt wenig Verwendung.

Das erste Spiel

Da der blonde Balte schon einige Jahre in Deutschland auf höchstem Niveau spielt, weiß er genau, worauf es ankommt: „In der Bundesliga ist jedes Spiel hart. Da wird viel Adrenalin durch die Adern gepumpt. Mir gefällt das.“ Wunderdinge sind nach ein, zwei Übungseinheiten bei seinem neuen Team nicht zu erwarten. Doch Roth kann sich schon vorstellen, den Neuzugang einzusetzen, um Kapitän Michael Müller zu entlasten. „Dener ist gut und hat Erfahrung. Mit ihm haben wir eine Variante mehr.“

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