Höchste Männerklasse feiert Geburtstag

50 Jahren Bundesliga im Handball: Das sind die heimischen Helden

Der Außen hat freie Bahn: Gensungens Jörg Anacker (links) ist vor vollen Rängen in der heimischen Kreissporthalle im Anflug auf das Tor von Frisch Auf Göppingen. Foto: Heinz Siemon

Kassel. Am Sonntag geht die Serie in der Handball-Bundesliga der Männer vielleicht mit dem erstmaligen Triumph der Rhein-Neckar Löwen zu Ende.

Es ist aber auch aus anderem Grund eine besondere Spielzeit: Es war die 50. Saison. 1966 wurde die Klasse aus der Taufe gehoben. Wir schauen auf heimische Helden in 50 Jahren Handball-Bundesliga.

GENSUNGER FREUDEN

Franz Wagner

Es war im Frühling 1978, als der TSV Jahn Gensungen den Aufstieg aus der Regionalliga in die höchste Klasse unter Dach und Fach brachte. Eine Saison hielt sich der Klub aus dem Schwalm-Eder-Kreis in der Bundesliga. „Als wir vor 7000 Zuschauern in der Kieler Ostseehalle eingelaufen sind, war das Belohnung genug für die Qualen, die wir auf uns aufgenommen haben“, erzählt Franz Wagner, seinerzeit einer der Rückraumstrategen der Jahner. Auch an die Duelle mit dem VfL Gummersbach, mit Nationalspielern wie Joachim Deckarm, Heiner Brand und Erhard Wunderlich eine große Nummer in der Liga, denken die Felsberger gern zurück, wenn sie sich zwei-, dreimal im Jahr treffen. Der erste Sieg nach dem Aufstieg? 14:12 gegen Rintheim.

• Kurios: Als die Gensunger zum letzten Auswärtsspiel der Saison in Leverkusen gastierten, entdeckte der Busfahrer zunächst nicht die Halle, in der die Nordhessen erwartet wurden. Dabei war er dreimal um die Spielstätte herum gefahren. Das Team: Umbach, Stremetzne – Anacker, Wagner, Faber, Selec, K. Barthelmey, Boland, Waldschmidt, Döring, G. Böttcher – Trainer: Prinz (später G. Böttcher).

DAUERBRENNER  ROTH

24 Jahre in der 1. Bundesliga tätig: Michael Roth.

Wenn die MT Melsungen am Sonntag ab 15 Uhr mit dem Heimspiel gegen Eisenach die erfolgreichste Serie der Klub-Historie beschließt, kann auch ihr Coach Michael Roth stolz sein. Es war sein mittlerweile 24. Jahr in der Bundesliga – elf als Spieler, 13 als Trainer. Außer für Melsungen war er für Wetzlar, Großwallstadt, Kronau/Östringen, Essen, Eitra, Schwabing und Hofweier tätig. „Der Sport ist viel schneller und technischer geworden. Aber auch damals gab es offensive wie defensive Abwehrformationen“, erinnert sich Roth, „einige kleine Klubs haben aber abenteuerlich gedeckt.“ Das ging Richtung Manndeckung.

• Kurios: Sein erstes Bundesliga-Spiel bestritt Roth 1983 für Hofweier. Er wurde in der ersten Hälfte eingewechselt. Mit dem Pausenpfiff bekam sein Team gegen Bergkamen noch einen letzten Freiwurf zugesprochen. Mannschaftskollege Arno Ehret, später Bundestrainer, ging zu Roth und sagte: „Mach´ Du, ich komme mit meinem Wurf eh nicht über den Verteidiger.“ Nun war Roth mit 1,94 m der größte Mann im Team und nutzte seine Chance. Sein Ball schlug so heftig im Winkel ein, dass sogar Bergkamens damaliger Trainer Vlado Stenzel, der Weltmeister-Macher von 1978, gestaunt hat.

DER DORFVEREIN

Chrischa Hannawald

Drei Spielzeiten gehörte der TV Eitra aus der kleinen Gemeinde Hauneck der Bundesliga an – und sorgte als Dorfverein mit beachtlichen Erfolgen gegen Großwallstadt und Gummersbach durchaus für Aufsehen. Erst hatte Zeljko Zovko das Team nach oben geführt, dann brachte Hrvoje Horvat dieses Kunststück noch einmal fertig.

• Kurios: Die Eitraer haben etwas geschafft, was nicht viele Klubs auf diesem Niveau von sich behaupten können: Zweimal spielten sie in der Waldhessenhalle am Obersberg gegen den THW Kiel, zweimal erreichten sie ein Remis (19:19, 17:17). Bekannte Eitraer Spieler: Chrischa Hannawald, Gernot Weiss, Bernd Fichtner, Michael Roth, Robert Nolte, Bernd Edleditsch, Wolfgang Kemmler, Dirk Kelle, Uwe Kühn.

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