Vertrag bis 2020 verlängert

Der Tag des Johan Sjöstrand: Wieder genesener MT-Torwart hält wichtige Bälle

Nach Verletzung noch mit Manschette: Torwart Johan Sjöstrand meldete sich eindrucksvoll zurück. Foto: Schachtschneider

Kassel. Als er sich Ende Februar verletzt hatte, gelang der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga ein viel umjubelter Derbysieg über Wetzlar.

Als Johan Sjöstrand nun in der 17. Minute des Heimspiels gegen den THW Kiel nach zweieinhalbmonatiger Pause aufs Feld zurückkehrte, schaffte es der Torwart der Nordhessen gleich wieder, die erhofften Akzente zu setzen. Somit trug der 29 Jahre alte Schwede maßgeblich zum 30:29-Erfolg bei.

Mit viel Beifall bedacht wurde Sjöstrand an diesem Nachmittag in der Kasseler Rothenbach-Halle bereits zu einem Zeitpunkt, als das Spiel noch gar nicht begonnen hatte. Vor dem Anwurf hatten Manager Axel Geerken und Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke mitgeteilt, dass der Schlussmann seinen Vertrag vorzeitig um weitere zwei Jahre bis zum 30. Juni 2020 verlängerte.

Ob ihn diese Nachricht bei seinem Comeback besonders beflügelt hat? Sjöstrand gab sich gewohnt nordisch zurückhaltend: „Es war heute ein absoluter Mannschaftssieg. Und außerdem: Das habe ich doch schon letzte Woche klargemacht.“

Trainer Michael Roth hatte zum Topspiel zunächst René Villadsen zwischen die Pfosten beordert. Der Däne hatte seine Aufgabe in Abwesenheit des Kollegen zumindest recht ordentlich erledigt. Beim Stand von 8:11 (17.) kam Sjöstrand – natürlich beifallumrauscht – in die Partie und war fortan für seine Vorderleute ein guter Rückhalt. „Johan liest das Spiel gut und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus“, lobte Kapitän Michael Müller seinen skandinavischen Mitstreiter, der Kiels Europameister Rune Dahmke auf links außen förmlich entnervte und die eine oder andere Glanzparade gegen dessen hoch dotierte Kollegen einstreute. Schon in der 34. Minute skandierten die eingefleischten MT-Fans erstmals „Johan, Johan“. Seine Reflexe gaben seinem Team die nötige Sicherheit, den dritten Sieg über Kiel in der Bundesliga-Historie zu erringen.

Väter des Erfolges gab es allerdings viele: Momir Rnic etwa hatte die Mannschaft mit seinen Treffern zunächst im Spiel gehalten, später bewies gleich eine Reihe Akteure Durchschlagskraft. Timm Schneider hatte seine große Zeit, aber auch Spieler wie Malte Schröder, Jeffrey Boomhouwer, Philipp Müller und Johannes Sellin warfen sich in den Vordergrund. Mann des zweiten Abschnitts war jedoch Kapitän Michael Müller. Ihm glückte beispielsweise das 30:28 (58.).

Das Tor allein hätte nicht gereicht, um dem THW die dritte Niederlage in Folge – eine solche Negativserie hatte der Rekordmeister in der Bundesliga zuletzt in der Serie 2003/2004 – beizubringen. Es brauchte noch eine Parade. Eine Wahnsinnstat von Sjöstrand gegen Patrick Wiencek Sekunden vor dem Ende. „Das hat ja mit dem letzten Wurf geklappt“, frohlockte der Tausendsassa. Danach trottete er in die Kabine: „Ich bin so müde.“ Aber eben auch glücklich.

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