Vor Ort: Jubeln für beide Seiten

Kroaten unterstützen RK Zamet und Melsunger Maric

+
Jubelten für Zamet, aber auch für die MT: Ancetan Mihaljevic, Gabrijela Juricic, Svjetlana, Valentin, Leonardo und Mateo Mihaljevic, Ante Franic, Antonio Dopar, Ante Tandora, Anamarja Mustapic Andelko Dopar, Maja Franic, Nedeljko Juricic, Marin Juricic, Anita Franic, Marina Mustapic, Josipa Mihaljevic, Lucija Matic, Mia Mihaljevic und Ivan Puota.

Kassel. Zu einem Europapokal-Abend gehört es, die Gäste-Mannschaft und ihren Anhang gebührend zu empfangen. Das tat RK Zamet vor einer Woche, als der kroatische Handball-Klub die MT Melsungen und ihre 50 Fans im Centar Zamet in Rijeka willkommen hieß – auf Deutsch versteht sich.

Die Vorlage nahm Bernd Kaiser, der Presse- und Hallensprecher der MT, auf, holte sich Unterstützung bei Melsungens Kreisläufer Marino Maric und begrüßte all jene, die sich dem Klub von der Adriaküste verbunden fühlten – auf Kroatisch. Zwar waren keine Zuschauer aus der Stadt am Mittelmeer zu diesem Rückspiel angereist, die Durchsage Kaisers vor dem 32:20-Erfolg der Nordhessen machte aber dennoch Sinn – wie sich zeigen sollte:

Die Stimmungsmacher

Als die Spieler von Zamet um kurz vor 19.30 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle einlaufen, erhalten sie nicht nur Beifall von den MT-Fans. Im Gäste-Block halten mehr als ein Dutzend Zuschauer Fahnen in den kroatischen Nationalfarben hoch und jubeln der Mannschaft zu. Mittendrin: Nedeljko Juricic. Der 72-Jährige stammt aus Rijeka, lebt aber seit 1970 in Kassel. Jetzt ist er mit der ganzen Familie da. „Ich bin quasi Kasselaner“, erklärt Juricic und lacht so herzhaft, dass ihm seine Schirmmütze mit den roten und weißen Quadraten etwas tiefer ins Gesicht rutscht.

Dicht neben ihm: Enkel Marin. Der ist selbst Handballer – beim Nachwuchs von Viktoria Bettenhausen. „Ich spiele auf der Mitte“, sagt Marin stolz. Es wäre nur logisch, wenn Kroatiens Superstar und Spielmacher Domagoj Duvnjak sein großes Vorbild sein würde. Doch er bewundert einen Landsmann und Nationalmannschaftskollegen von ihm: Marino Maric – von der MT. So stimmt Marin Juricic mit ein, als die Familie nach dem 6:6-Ausgleich durch Tin Lucin „Zamet, Zamet“ skandiert, klatscht aber auch in die Hände, als Melsungens Maric ein Tor wirft.

„Das ist ja eine ganz junge Mannschaft, die Jungs machen das ganz ordentlich“, sagt Anita Franic, die Tochter von Nedeljko Juricic, zur Leistung des Außenseiters.

Die Meinungsmacher

Reporter aus Kroatien in Kassel: Igor Duvnjak (links) und Patrik Mrsnik.

Etwas kritischer betrachten müssen den Auftritt die beiden Journalisten, die sich trotz der klaren 23:34-Hinspielniederlage zusammen mit dem Team am Freitag im Bus auf den Weg nach Kassel gemacht haben. Patrik Mrsnik schreibt für das Online-Portal sportarena.hr, sein Kollege und Sitznachbar berichtet seit vielen Jahren für die örtliche Tageszeitung Novo List, heißt Igor Duvnjak – und hätte irgendwie keinen besseren Namen für einen Reporter aus der Handball--Szene haben können. „Nein“, stellt er gleich mal klar, „ich bin nicht mit Domagoj Duvnjak verwandt. Und ja, die Frage kriege ich häufiger gestellt.“

Duvnjak hatte RK auch zu den beiden vorherigen Qualifikationspartien nach Créteil/ Frankreich und Bukarest/Rumänien begleitet. Am herzlichsten empfangen wurde er allerdings definitiv in der Messe-Halle in Kassel.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.