Melsungens Trainer Roth spricht von einem Riesenschock

Reaktionen auf Auftaktniederlage der MT: „Katastrophal und peinlich“

Schachtschneider

Kassel. Er fing so verheißungsvoll an, dieser erste Spieltag der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga. Vor der Partie gegen Aufsteiger HSC Coburg lief in der Kasseler Rothenbach-Halle ein neuer, stimmungsvoller Trailer auf der Videowand, und MT-Kapitän Michael Müller versprach 60 Minuten Vollgas.

Nun ja, ein Handballspiel später machte sich nach der 20:25 (10:11)-Niederlage im MT-Lager Ernüchterung breit. „Das war ein ganz katastrophaler Auftakt“, sagte Melsungens Trainer Michael Roth.

Seine Spieler ließen die Köpfe hängen und suchten nach Erklärungen. „Einfach nur peinlich“, sagte ein frustrierter Philipp Müller, der vor allem mit der Chancenverwertung haderte. „Wir haben zu viele freie Bälle nicht gemacht.“ Stattdessen schossen die Hausherren Coburgs Schlussmann Jan Kulhanek warm, der „wahrscheinlich das Spiel seines Lebens gemacht hat“, wie Timm Schneider feststellte.

Somit sei nie eine Grundsicherheit ins Melsunger Spiel gekommen, bilanzierte Roth. Sein Team agierte fahrig, die Nervosität hätte sich durch alle Mannschaftsteile gezogen, sagte Roth: „Ich bin maßlos enttäuscht. So ein Start ist erst mal ein Riesenschock.“ Vor allem weil seine erfahrenen Spieler nicht in der Lage gewesen seien, die Partie mit der nötigen Cleverness nach Hause zu bringen.

Die Möglichkeiten dafür waren da – etwa in der 50. Minute, als die MT nach einem verwandelten Siebenmeter von Momir Rnic 19:18 in Führung lag und weiter im Ballbesitz blieb. Doch statt erstmals an diesem Nachmittag den Vorsprung auf zwei Tore auszubauen, stand es vier Minuten später 19:20 aus MT-Sicht. „Uns hat die Lockerheit gefehlt. Wir wollten vielleicht zu viel“, sagte Jeffrey Boomhouwer. Mit seinen sechs Toren im ersten Durchgang hielt der Linksaußen die Melsunger fast im Alleingang im Spiel.

Allein, es nützte nichts. Alles, was die Nordhessen in der Vergangenheit so stark machte, ließen sie am Sonntag vermissen. „Wir kamen überhaupt nicht in unser Tempospiel“, fasste Philipp Müller die Misere zusammen. 3268 Zuschauer waren gekommen – Rekord für die MT bei einem ersten Saisonspiel. Doch auch die Melsunger Fans schüttelten nach diesem verpatzten Start die Köpfe und mussten den Schock verdauen.

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