Vor dem Spiel gegen die MT Melsungen

Weltmeister in Kassel: Kieler Publikumsliebling Dominik Klein im Interview

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Am Sonntag mit dem Rekordmeister in Kassel: Kiels Dominik Klein.

Kassel. Ein Handball-Weltmeister von 2007 kommt nach Kassel - und das zum vorerst letzten Mal. Wir haben mit Dominik Klein, der Linksaußen des Bundesligisten THW Kiel, gesprochen.

Er trifft mit der Mannschaft des Rekordmeisters am Sonntag ab 17.15 Uhr auf die MT Melsungen.

Nach zehn Jahren wechselt Klein im Sommer nach Nantes/Frankreich. Er bekommt zuvor am 16. Juli in Kiel ein Abschiedsspiel. Hier spricht er im Interview:

Herr Klein, das Interview sollte eigentlich damit anfangen, dass Sie am Sonntag zum vorerst letzten Mal auf Michael Roth treffen. 

Dominik Klein: Und jetzt?

Nun hat uns Michael Roth verraten, dass Sie ihn persönlich zu Ihrem Abschiedsspiel im Juli in Kiel eingeladen haben. 

Klein: Ja, dann wird es auch noch einmal ein Wiedersehen geben. Ich habe alle Trainer aus meiner Bundesliga-Zeit eingeladen. Wenn man es mit einer gewissen Ernsthaftigkeit sieht, sind Liga und Abschiedsspiel natürlich zwei verschiedene Paar Schuhe. Es kann allerdings ja sein, dass wir vielleicht nächstes Jahr im EHF-Pokal aufeinandertreffen. Melsungen hat den vierten Platz mittlerweile so gut wie sicher, und ich spiele dann für Nantes.

Wie wichtig war Roth für Ihren Erfolgsweg?

Klein: Er war ein Jahr mein Trainer in Großwallstadt. Dabei wurde eine sensationelle Mannschaft aufgebaut, wir hatten viel Spaß zusammen.

Sie waren 2005 aus Wallau zurückgekommen. 

Klein: Ja, dort war mein Trainer Martin Schwalb. Dieser wechselte weiter nach Wetzlar. Nun hatte ich schon einen Vorvertrag in Kiel unterschrieben. Deshalb die Frage: Was mache ich, gehe ich auch nach Wetzlar? Ich habe mit Schwalb, zu dem ich auch immer einen guten Draht hatte, telefoniert und fünf Minuten später mit Roth. Ich bin zu meinem alten Verein zurückgekehrt. Und ich bin froh, diese erfolgreiche Zeit miterlebt zu haben.

Dann wissen Sie auch, dass Roth die Melsunger gut vorbereiten wird auf das Duell am kommenden Sonntag mit Kiel. 

Klein: Mit Sicherheit. Die Spiele in Kassel waren immer Duelle auf Augenhöhe. Jetzt wird es ein Duell der Tabellennachbarn.

Das Thema Meisterschaft ist abgehakt, gilt jetzt die volle Konzentration dem Final Four der Champions League in Köln? 

Klein: Der Titelkampf ist für uns entschieden. Unser Fokus liegt auf der Königsklasse. Die Partie gegen Melsungen können wir aber dazu nutzen, Selbstvertrauen zu sammeln.

Wieviele Kieler Kollegen haben in dieser Saison schon ein T-Shirt mit dem Spruch „Comeback stronger“ getragen? 

Klein: Sie spielen auf unsere Verletztenmisere in diesem Jahr und mein Projekt zur Rückkehr aufs Spielfeld an. Es hat bei uns tatsächlich einige erwischt. Dabei gibt es durchaus gelungene Comebacks - wie das von Kreisläufer Patrick Wiencek. Er hat im Übrigen genauso wie René Toft Hansen, Christian Dissinger und Steffen Weinhold ein T-Shirt erhalten.

Der THW hat unsägliches Verletzungspech in dieser Saison. 

Klein: Das kann man so sagen. Die Verantwortung musste immer auf viele Schultern verteilt werden - was nicht leicht ist bei dem Druck, der auf dieser Mannschaft lastet. Bei uns fiebern einige dem Saisonende regelrecht entgegen. Erst mal werden wir aber noch alle Reserven herauskitzeln.

Inwiefern würden Sie vor diesem Hintergrund von einer guten Saison sprechen? 

Klein: Wir haben einen Kader von sage und schreibe 21 Spielern. Da ist es schwer möglich, sich richtig einzuspielen. Aus meiner Sicht ist es eine besondere Saison. Auch wenn es passieren kann, dass wir keinen Titel holen werden, würde ich von einer erfolgreichen Saison sprechen, weil wir diese Probleme gemeistert haben. Aber noch können wir uns in Köln einen Traum erfüllen.

Wie haben Sie es geschafft, nach ihrem Kreuzbandriss so stark aufs Feld zurückzukehren? 

Klein: Bevor ich verletzt war, hatte ich eine meiner besten Phasen meiner Karriere. Dieses Gefühl wollte ich unbedingt noch einmal erleben. Das war eine besondere Motivation. Zudem braucht man eine gewisse Lockerheit. Ich habe seit 2010 einen Personal Coach, mit dem ich vor jedem Spiel rede. Das hilft mir, gibt mir ein gutes Gefühl und bringt mich in einen guten Zustand.

Inwieweit haben Sie sich schon mit Ihrer Zukunft in Nantes beschäftigt? 

Klein: Ich verfolge natürlich das sportliche Geschehen in Nantes. An Pfingsten hat mein zukünftiges Team ja selbst das Final Four im EHF-Cup ausgerichtet und erst im Endspiel gegen Göppingen verloren. Ich will schon wissen, in welcher Liga ich spiele. Darüber hinaus müssen ja solche Dinge wie Unterkunft, Kindergarten und Babysitter geklärt werden. Der Verein kümmert sich aber um das Organisatorische. Wo wir wohnen werden, wissen wir seit letzter Woche.

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