Heimspiel in der Rothenbachhalle

Nach schwacher Angriffsleistung unterliegt Melsungen Hamburg mit 23:26

Kassel. Nach drei Siegen in Folge wollte die MT Melsungen heute in der Rothenbachhalle ihren Lauf gegen Hamburg fortsetzen. Doch daraus wurde nichts: Die MT hat 23:26 verloren.

Die MT Melsungen scheint den richtigen Rhythmus für den Tanz auf zwei Hochzeiten doch noch nicht gefunden zu haben. Während das Roth-Team im EHF-Pokal den Grundstein zum Gruppensieg bereits gelegt hatte, hakte es im Alltagsgeschäft der Handball-Bundesliga. Die Folge: Eine 23:26 (10:14)-Niederlage gegen den HSV Hamburg, durch die der sechste Platz nunmehr in Gefahr geraten ist.

Auf eine „anspruchsvolle Aufgabe“ hatte MT-Trainer Roth seine Schützlinge eingestimmt - und sollte Recht behalten. Immerhin war bei Torwart Appelgren seine Warnung offensichtlich angekommen, denn der war von Beginn an hellwach. Allerdings standen seinen abgewehrten Bällen - darunter ein Siebenmeter von Hans Lindberg - nur ein Treffer von Philipp Müller gegenüber, sodass der Hamburger Kaltstart für den Ex-Meister folgenlos blieb.

Umso mehr, als der Melsunger Positionsangriff selbst in Überzahl kein Mittel gegen die variable 6:0-Deckung des HSV fand, obwohl der auf seinen Defensivstrategen Dominikovic verzichten musste. Sie entpuppte sich als Gummiwand, ließ allenfalls Notwürfe durch, die eine sichere Beute von Schlussmann Bitter wurde, der regelrecht warm geworfen wurde.

Auf Lindbergs Treffer zum 3:7 (14.) reagierte Michael Roth mit einer Auszeit und einem komplett neuen Rückraum. Doch es wurde nicht besser. Zum Frust über die eigenen Unzulänglichkeiten gesellte sich noch Empörung über einige umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, die Simicus‘ grobes Foul an Nenad Vuckovic nur mit einer Zeitstrafe bedachten (23.), während Mahé-Vertreter Richard Hanisch in Unterzahl sogar noch auf 11:6 erhöhte. Danach taute zumindest Momir Rnic auf. Drei Treffer des eingewechselten Halblinken hielten die Gastgeber notdürftig im Spiel, ohne dass eine Wende in Sicht war. Zumal die Norddeutschen ihren Vorsprung zu verwalten wussten, ohne dabei selbst im Angriff Bäume auszureißen. Stattdessen wurde das Tempo geschickt verschleppt und auf Fehler des fehlerhaften Gegners gewartet. Und genutzt, als Adrian Pfahl in Überzahl das 11:17 (36.) erzielte.

Eine weitere Roth-Auszeit (42.) verpuffte, weil danach Michael Allendorf und Johannes Sellin ihre Chancen vom Siebenmeterpunkt nicht nutzen konnten. Trotzdem wurde die Luft für die ersatzgeschwächten Gäste immer dünner, was indes der überragende Joahnnes Bitter mit seinen Paraden kompensierte.

Bis Sellin, Rnic und Schröder dank größerer Kraftreserven auf 22:23 verkürzten (55.). Doch die Hanseaten blieben cool. Allen voran Rechtsaußen Hans Lindberg, der seinen fünften Siebenmeter zum 22:24 verwandelte, dann Teufelskerl Bitter, an dem zum wiederholten Male Rechtsaußen Sellin scheiterte, und schließlich Regisseur Hanisch, der mit seinem fünften Treffer die Entscheidung herbeiführte.

MT Melsungen gegen Hamburg

Statistik: MT Melsungen - HSV Hamburg

Melsungen: Appelgren (15 Paraden/24 Gegentore), Sandström (bei zwei Siebenmetern, 0/2); Maric 3, Sellin 1, Fahlgren 1, Schröder 3, Danner 2, Ph. Müller 3, Boomhouwer 1, Rnic 5, Allendorf 2/1, Vuckovic 1, M. Müller 1.

Hamburg: Bitter (19/23), Herrmann n.e.; Schröder, Simicu, Jansen 1, Flohr, Hansen 5, Lindberg 9/5, Hanisch 5, Hens, Pfahl 6, Feld, Schmidt, Herbst, Djordjic, Brauer.

SR: Schulze, Tönnies.

Zuschauer: 3051.

Zeitstrafen: 4:14 Minuten

Siebenmeter: 4/2:6/5

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Rubriklistenbild: © schachtschneider

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