Schock in letzter Sekunde

Schnellcheck: MT Melsungen verspielt Sieg gegen Magdeburg – 28:28

Sport Lokal Handball Bundesliga MT Melsungen - SC MagdeburgMarino MaricFoto: Schachtschneider
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Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen kann gegen den SC Magdeburg einfach nicht gewinnen. Nach dem 28:28 in Magdeburg hieß es am Mittwochabend in der Kasseler Rothenbachhalle erneut 28:28 (15:13).

Auch diesmal führte die MT mitunter deutlich. Doch am Ende jubelten die Gäste, als hätten sie gewonnen – und die Melsunger starrten fassungslos zu Boden. Trotzdem: Mit dem Punkt untermauerten sie Platz vier.

Wie war das Spiel in der Kasseler Rothenbachhalle? 

Es wurde extrem spannend, obwohl es lange Zeit nicht danach aussah. Die MT lag teilweise mit fünf Toren vorn. Auch zu Beginn der 60. Minute hieß es noch 28:26. Alles lief auf einen Sieg hinaus, doch dann traf Magdeburgs Robert Weber zum 28:27, dann verwarf Johannes Sellin acht Sekunden vor Ende. Und dann erzielte Andreas Rojewski doch noch das 28:28. Eine Sekunde war da noch zu spielen. Unfassbar. Die Partie erinnerte zunächst an das vergangene Heimspiel gegen Wetzlar. Die MT bot in der Abwehr eine kompakte Leistung, vorne traf Johannes Sellin nach Tempogegenstößen, hinzu kamen Treffer von Felix Danner am Kreis. Die Folge: 4:2 nach zehn Minuten. Die Melsungen blieben in einer zeitweise zerfahrenen Begegnung bestimmend und kamen nun auch über den Rückraum zu Toren. Die Gäste aus Magdeburg zeigten sich im Vorwärtsgang recht einfallslos, allerdings ließen sie sich auch nach dem 13:8 der Melsunger in der 25. Minute durch Momir Rnic nicht abschütteln. Das lag auch daran, dass Melsungen nun nicht mehr ganz so konsequent zu Werke ging – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Das 15:13 zur Pause war daher eher ein kleiner Witz des Handballs. Der aber führte dazu, dass es spanndend blieb. Immer wenn die MT im Begriff war, sich abzusetzen, schlichen sich kleine Fehler ein. Trotzdem: Es kam nie das Gefühl auf, dass dies noch schiefgehen könnte – bis zur letzten Minute.

28:28 und ein verspielter Sieg in letzter Minute – war da nicht was? 

Beim 28:28 in Magdeburg verspielte die MT in der letzten Minute noch einen Zwei-Tore-Vorsprung – genau wie diesmal. Unglaublich. Irgendwie muss das Trauma sich sogar auf die letzte Minute der ersten Halbzeit ausgewirkt haben. Diesmal nahmen sich die Melsunger ihre etwas andere Auszeit nämlich auch da schon, als die Magdeburger drei Treffer in Folge erzielten. Nun müssen die MT-Verantwortlichen überlegen, ob sie nicht einen Antrag beim Handball-Bund stellen – mit der Bitte, die letzten Sekunden einer jeden Halbzeit gegen Magdeburg abzuschaffen.

Wer war an diesem Abend der Größte? 

Was das rein körperliche anbelangt, so stand der Sieger in dieser Kategorie schon vor Beginn fest: Magdeburgs Europameister Finn Lemke überragte mit seinen 2,10 Meter alle. Während der Partie zeigte er aber auch Schwächen. In der Abwehr gut, aber wenn er sich mal im Angriff versuchte, war da trotz 2,10 Meter noch Luft nach oben. Einmal scheiterte er bei einem Wurf gar am Block von Michael Müller.

MT Melsungen gegen SC Magdeburg

Und wer fiel sonst noch so auf? 

Die Melsunger traten sehr geschlossen auf, was sich auch an der Anzahl der Torschützen erkennen lässt: Insgesamt waren neun Spieler erfolgreich, darunter auch Jan Forstbauer und Nenad Vuckovic, die in Halbzeit zwei Spielanteile erhielten. Ansonsten verweisen wir auf die nächste Frage.

Wie waren die MT-Torhüter diesmal? 

In Abwesenheit des verletzten Johan Sjöstrand stand erneut René Villadsen im Tor der Melsunger. Er hielt über weite Strecken so gut, dass die Frage aufkam, ob beim 24:34 vor zwei Wochen bei den Rhein-Neckar Löwen ein anderer René Villadsen im Tor gestanden hat. Schade, dass er am Ende nicht über einen Sieg jubeln durfte.

Wie war die Atmosphäre in der Rothenbachhalle? 

Sehr ordentlich. 4106 Zuschauer kamen – die Halle war fast ausverkauft. Dabei fiel eine Zuschauerin besonders auf: die Fahnenschwenkerin aus Magdeburg mit ihrem hautengen grünen Kleid und ihren roten Stiefeln. Das war – sagen wir mal – interessant.

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