Deutschen Nationalmannschaft siegte 26:25 gegen Island

Nach Länderspiel: Kapitän als Experte, Ehrung für Hallensprecher, Lob für Ausrichter MT

Mit Trikot geehrt: Hallensprecher Bernd Kaiser.
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Mit Trikot geehrt: Hallensprecher Bernd Kaiser.

Kassel. Die MT Melsungen spielte beim Handball-Länderspiel in Kassel eher eine Nebenrolle – wenn man mal davon absieht, dass der Siegtreffer durch Johannes Sellin erzielt wurde.

Doch wer sich etwas genauer in der Rothenbach-Halle umschaute, dem dürfte nicht entgangen sein, dass auch Repräsentanten des Bundesligisten Melsungen präsent waren.

Ungewohnter Blickwinkel

Michael Müller, MT-Kapitän und im erweiterten Kader der deutschen Auswahl, übernahm für Sportdeutschland.tv die Aufgabe als Co-Kommentator an der Seite von Uwe Semrau. Keine ganz neue Rolle: Vor einigen Jahren saß er bereits für Sport 1 bei einem Großwallstädter Bundesliga-Spiel am Mikrofon. „Es war interessant, so ein Spiel in dieser Halle mal von oben zu sehen“, erklärte der 31-Jährige. Sonst steht er auf diesem Feld selbst im Mittelpunkt des Interesses. Dabei war Müller erst am Spieltag vom Urlaub in Neuseeland zurückgekehrt. War das für ihn nicht zu stressig? „Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt.“

Überraschende Ehrung

Damit hatte Bernd Kaiser, der Pressesprecher der Melsunger, überhaupt nicht gerechnet. Kurz bevor die Partie beginnen und er zum 200. Mal ein Länderspiel des DHB als Hallensprecher sollte, holte ihn Moderator Jens Zimmermann vom Deutschen Handball-Bund (DHB) aufs Feld – und überreichte ihm auf eigene Initiative ein Nationaltrikot mit der Nummer 200 und seinem Namen. „Das war eine wahnsinnig nette Geste unter Kollegen“, erklärte Kaiser. Am Sonntag hatte der Lohfeldener beim zweiten Kräftemessen der beiden Nationen gleich noch den 201. Einsatz.

Zufriedener Manager

Mal nicht auf dem Feld, sondern auf der Fernsehtribüne: MT-Kapitän Michael Müller war als Co-Kommentator beim Länderspiel am Samstag in Kassel im Einsatz.

Sein Fazit zu diesem Ereignis fiel durchweg positiv aus. „Tolle Stimmung, spannendes Spiel, und es ist immer noch etwas Besonderes, wenn die Rothenbach-Halle ausverkauft ist“, erklärte Geschäftsführer Axel Geerken von der MT, die für die Ausrichtung des Länderspiels verantwortlich war. „Für uns war es natürlich besonders schön, dass Sellin das entscheidende Tor wirft“, ergänzte der Manager. Von den Vertretern des DHB vor Ort erhielt Geerken positive Rückmeldungen. Die Einlaufkinder kamen von der MT und vom TSV Vellmar.

Auch wirtschaftlich hat sich das Engagement der Melsunger offenbar gelohnt. Der Manager nennt zwar keine konkreten Zahlen, stellt aber klar: „Wir haben ein Plus gemacht“.

Besonderer Gast

Natürlich stürmten die kleinen und großen Autogrammjäger nach dem Schlusspfiff auf die deutschen Asse wie Carsten Lichtlein und Steffen Weinhold zu. Einige Zuschauer erkannten aber auch im isländischen Betreuerstab ein prominentes Gesicht: Olafur Stefansson. Der frühere Superstar des SC Magdeburg und Ciudad Real unterstützt nach seinem Karriereende den Cheftrainer der Nordlichter, Aron Kristjansson.

Aus der Ferne dabei

Begeistert: Die Einlaufkinder beim Länderspiel kamen von der MT Melsungen und dem TSV Vellmar.

Nicht in der Halle zu sehen war Melsungens Coach Michael Roth. Kein Wunder: Er verfolgte das Spiel im Internet – von Fuerteventura aus. Dort absolviert sein Team nun ein einwöchiges Trainingslager. Am Montagmittag hieß Roth seine Schützlinge, die sich um 5 Uhr per Buszum Flughafen aufgemacht hatten, auf der Ferieninsel willkommen.

„Die Mannschaft hat es sich nach dieser Hinrunde verdient, unter angenehmen Bedingungen zu trainieren“, erläutert der Übungsleiter. In den Vorjahren wurde im Winter im Hochschwarzwald beziehungsweise auf Sylt Kraft gebolzt. Jetzt wird bei 25 Grad am Strand gelaufen. Dazu hat Roth auch ans Teambuilding gedacht. Es gibt eine Katamaran-Fahrt, zudem wird Sportpsychologe Gernot Emberger in zwei Einheiten Übungen mit den Spielern machen.

Bis auf die EM-Teilnehmer Sellin, den Serben Momir Rnic und den Kroaten Marino Maric sowie Jeffrey Boomhouwer, der mit Holland im Einsatz ist, hat Roth alle Mann dabei. „Die Pause haben wir dazu genutzt, den Kopf freizubekommen“, sagt Michael Müller, „nun freue ich mich riesig, dass es weiter geht.“ Zur Einstimmung hatte er einen TV-Einsatz.

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