Allendorf kehrt gegen Löwen ins Team zurück

Melsunger Handballer erwarten den Meister

Nach Verletzungspause wieder für Melsungen auf Torejagd: Linksaußen Michael Allendorf. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ein Gipfeltreffen ist es nicht. Wenn der Vorjahresvierte MT Melsungen aber am Mittwoch ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle auf den Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen trifft, ist es immer noch ein Bundesliga-Schlagerspiel.

Und den Gastgebern bietet sich nach zwei unerwarteten Pleiten die Chance, mit einer deutlichen Leistungssteigerung die Wende zum Besseren einzuleiten.

„Es ist eine Mammutaufgabe“, sagt Coach Michael Roth, „ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie sich dem Gegner entgegenstemmt und eine andere Körpersprache als zuletzt zeigt.“ Es gibt einiges, was Hoffnung macht – aber auch einiges, was die Aussichten auf ein gutes Resultat schmälert.

Das macht Mut

Die Personallage: Drei Wochen fiel Linksaußen Michael Allendorf wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich aus. Jetzt kann der 29-Jährige wieder. „Ich spüre nichts mehr. Es ist gut verheilt“, sagt Allendorf. Schon am Samstag hatte er sich bei der Partie in Nürnberg gegen Erlangen mit dem Team aufgewärmt. Mit Allendorf hat Roth zumindest eine Option mehr in der Abwehr, weil der Rechtshänder den vorgezogenen Part in einer 5:1-Deckung übernehmen kann. Kreisläufer Marino Maric steht am Samstag im nächsten Heimspiel gegen Gummersbach vor seiner Rückkehr.

Die Aussprache: Am Sonntag hatte Trainer Roth zusammen mit seinem Team die Situation im Bergpark Wilhelmshöhe erstmals analysiert. Montagabend trafen sich die Spieler in Kassel in der Wohnung von Michael Allendorf. Der Linksaußen – am Freitag wird er 30 – ist ein Mitglied des Mannschaftsrates. „Es war einfach mal gut, sich ein paar Stunden ohne sämtliche Verantwortliche auszutauschen“, erklärt Allendorf, „wir müssen jetzt die Köpfe freibekommen und uns wieder an die vielen guten Spiele aus der letzten Serie erinnern. Es sind ja immer noch die gleichen Leute da.“ Im vergangenen November brachte die MT beispielsweise den Löwen mit einem 25:23 in Kassel die erste Niederlage in der Liga bei. „Wir werden heute brennen“, verspricht Allendorf. Der Funke soll aufs Publikum überspringen. Der Gastgeber rechnet mit einer gut gefüllten Halle. Schon mehr als 3000 Karten wurden abgesetzt. Es gibt noch genügend Karten an der Tageskasse.

Der Denker und Lenker: Patrik Fahlgren übernahm viel Verantwortung, war kluger Vorbereiter und mit sieben Treffern bester MT-Werfer. So viele Tore hatte er zuletzt beim 35:23 am 18. März 2015 in Bietigheim erzielt – kurz bevor er sich schwer verletzt hatte.

Das bereitet Sorgen

Das Nervenkostüm: Im zurückliegenden Spieljahr wirkte das Team ziemlich abgezockt. Davon war bei den Niederlagen gegen die fränkischen Neulinge Coburg und Erlangen wenig zu sehen. Einigen vermeintlichen Leistungsträgern zitterten bei jedem Pass förmlich die Hände, und auch die Torleute Svetislav Verkic und René Villadsen waren in Abwesenheit der nach wie vor verletzten Nummer eins Johan Sjöstrand in ihren Leistungen nicht stabil.

Der Gegner: Meister Rhein-Neckar Löwen hat die Euphorie aus der vergangenen Runde mit in die neue Saison genommen. Sichtlich befreit haben sie einen Fabelstart hingelegt (zwei klare Siege) und mit dem Supercup schon einen weiteren Titel gewonnen. Torwart Mikael Appelgren will den nächsten Erfolg. „Diesmal ist Revanche angesagt“, betont der Schwede, von 2012 bis 2015 in MT-Diensten. In Kassel treten die Mannheimer in Bestbesetzung an. Der in der Vorbereitung noch angeschlagene Alexander Petersson ist dabei ebenso in Bestform wie Europameister Hendrik Pekeler, der zusammen mit Gedeon Guardiola einen Mittelblock der Extraklasse bildet. Der Abgang von Superstar Uwe Gensheimer nach Paris scheint zumindest sportlich durch Routinier Gudjon Valur Sigurdsson kompensiert.

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