Interview mit dem Trainer

Roth: Die MT ist eine Herzensangelegenheit

Fühlt sich in Nordhessen pudelwohl: Melsungens Trainer Michael Roth. Foto:  Fischer

Kassel. Michael Roth, Trainer von Handball-Bundesligist MT Melsungen, spricht im Interview über seine Vertragsverlängerung und das heftige Auftaktprogramm.

Es geht wieder los für die Handballer der MT Melsungen. Und wie! Am Mittwoch empfängt der heimische Bundesligist den Meister THW Kiel zum Start in die Restrunde. Im Redaktionsgespräch blickt Michael Roth auf das knackige Auftaktprogramm. Außerdem äußert sich der Trainer zu seiner Vertragsverlängerung, der Vorbereitung und den Zielen:

VERTRAGSVERLÄNGERUNG

Herr Roth, Sie wollen bis 2020 bleiben. Wie kam es zu der Entscheidung?

Michael Roth: Es macht Spaß, hier zu arbeiten. Wir haben viel Vertrauen aufgebaut. Wir - das sind die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke, Manager Axel Geerken und ich. Mir gefällt, dass es Schritt für Schritt nach oben geht. Bis 2020 sollten wir in der Champions League mitspielen können.

2020 - das klingt fast nach Rentenvertrag, finden Sie nicht? 

Roth: So alt bin ich dann ja nun auch noch nicht. Der Verein hat eine fantastische Entwicklung genommen. Das Drumherum ist professionalisiert worden. Als ich hier anfing, sah ich die Sache als Projekt. Heute ist die MT eine Herzensangelegenheit für mich. Unabhängig davon fühle ich mich in der Region pudelwohl. Ich lebe gern in Kassel.

Vorbereitung

Sind Sie froh, dass die Serie nun wieder losgeht? 

Roth: Was heißt froh? Übermorgen trainiert die komplette Mannschaft erstmals zusammen. Mit Johannes Sellin, Michael Müller und Patrik Fahlgren, die bei der WM waren, haben in der Vorbereitung drei Schlüsselspieler gefehlt. Unterm Strich bin ich aber sehr zufrieden, wir haben gut gearbeitet.

Haben Sie etwas anders gemacht angesichts des heftigen Auftaktprogramms? 

Roth: Dass wir erstmals auf Sylt waren, sollte auch symbolisch etwas aussagen. Nach dem Motto: Uns stehen stürmische Zeiten ins Haus. Ansonsten hatten wir erneut einen Psychologen dabei.

Hinrunde

Abgesehen von der Niederlage in Lemgo hatte die MT vor der WM-Pause einen Riesenlauf. Kam die Pause zur Unzeit? 

Roth: Wenn du einen Lauf hast, willst du weitermachen. Trotzdem denke ich, dass die Pause für alle wichtig war. Wir hatten ja eine sehr turbulente Hinrunde.

Genau. Wieso lief der Motor zuerst nicht rund? 

Roth: Ein Schlüsselerlebnis war die Niederlage gegen Gummersbach am dritten Spieltag. Danach kamen wir nicht mehr in ruhige Fahrwasser. Wir waren nicht sooo schlecht. Aber wir haben keine Überraschung geschafft. Alles war harte Arbeit. Dann kam der Glaube zurück. Und am Ende waren unsere Spiele zum Teil Demonstrationen.

Auftaktprogramm

Die MT hat 13 Spiele in den kommenden sieben Wochen, die Gegner haben es in sich - ist Ihnen ein bisschen bange?

Roth: Keine Frage, das ist ein Hardcore-Programm. Anspruchsvoll. Aber Kiel ist ein perfekter Auftakt, da läuft es so oder so. Ganz ehrlich, Erlangen zum Auftakt wäre schlimmer.

Wie lässt sich bei den englischen Wochen die Konzentration aufrechterhalten?

Roth: Sicherlich wird der mentale Bereich eine wichtige Rolle spielen. Wir brauchen einen guten Start, um Selbstvertrauen zu tanken. An möglichen Niederlagen dürfen wir nicht lang herumknabbern.

Ziele

Wie groß ist die Gefahr, dass der MT die Doppelbelastung zu viel wird wie Hannover-Burgdorf vor zwei Jahren? 

Roth: Wir haben mehr Qualität als Hannover vor zwei Jahren. Gefahren gibt es immer. Aber wir haben die nötige Athletik. Trotz hoher Belastung haben wir uns in der Hinrunde schließlich auf den sechsten Platz gehievt.

Das Final Four steigt in Berlin. Erhöht das den Reiz?

Roth: Zumindest wissen wir, was uns dort erwartet. Wir sind heiß auf den Wettbewerb. Zuletzt zweimal Final Four im DHB-Pokal - zum dritten Mal in Folge spielen wir um einen großen Titel. Das ist etwas Besonderes. Trotzdem: Das Wichtigste bleibt die Liga, da müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Europapokal ist Zugabe. Es könnte das erfolgreichste Jahr in der Melsunger Bundesliga-Geschichte werden.

Werden die Reisestrapazen womöglich zum Problem? 

Roth: Wir liegen geografisch top. Da haben es anderes Teams schwieriger. Und was die Flüge anbelangt: Wir freuen und drauf. Das ist außergewöhnlich und wird für uns eine tolle Erfahrung sein.

Feierlichkeiten

Auf was stoßen Sie übernächsten Sonntag an? 

Roth: Na ja, dann ist mein 53. Geburtstag. Aber der ist nicht so wichtig. Wichtiger ist der Valentinstag am 14. Februar. Und da habe ich einen klaren Vorteil. Weil ich am 15. Februar geboren bin, habe ich den Valentinstag noch nie vergessen - und es gab nie Ärger.

Von Björn Mahr und Robin Lipke

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