Gelingt’s den Melsungern noch einmal?

MT-Fans können sich gegen Flensburg heute auf packendes Topspiel freuen

Eine der Schlüsselfiguren beim Melsunger Hinspielsieg: Kreisläufer Marino Maric, auf den es auch im Rückspiel ankommt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Es gab Zeiten, da lösten die Partien gegen die SG Flensburg/Handewitt bei der MT Melsungen weniger Vorfreude als ein mulmiges Gefühl aus.

Wir übertragen die Partie live und in voller Länge bei Radio HNA.

Schließlich gab‘s in 20 Spielen für den heimischen Handball-Bundesligisten gegen die Nordlichter fast nichts zu holen. Seit dem 21. - dem 33:32-Sieg in der Hinrunde - weiß die MT, dass sie auch den Championsleague-Sieger 2014 an einem guten Tag schlagen kann. Auf einen solchen hofft MT-Trainer Roth auch im 22. Duell (heute, 19.45 Uhr Rothenbachhalle). Und es spricht neben dem fulminanten Hinspielsieg einiges dafür, dass dieses Spitzenspiel wirklich ein umkämpftes Kräftmessen auf Augenhöhe wird:

1. Der Heimvorteil: Keine Frage, die MT ist „in“, was sich mittlerweile nachhaltig in der Resonanz und der Stimmung in der Melsunger Heimstätte niederschlägt. Von einer „fantastischen Atmosphäre“ spricht ein begeisterter Michael Roth. In der Hoffnung dass die Fans im Vergleich zum Lübbecke-Spiel „noch eine Schippe drauflegen“. Um seine Schützlinge in der bereits ausverkauften Rothenbachhalle genau dazu zu animieren

2. Die gelungene Generalprobe: Nach erneuter Pause und vor dem Einbiegen auf die Zielgeraden der laufenden Saison wussten die Melsunger nicht so recht, wo sie stehen. Nach dem 32:24-Erfolg gegen den wieder erstarkten TuS N-Lübbecke wissen sie es. „Das hat uns weiteres Selbstvertrauen gegeben“, sagt Kreisläufer Maric nach dem 18. Saisonsieg. Auf den sich laut Johannes Sellin durchaus aufbauen lässt: „Wenn wir genauso konzentriert in Abwehr und Angriff zu Werke gehen, haben wir auch gegen Flensburg eine Chance.“

3. Die Ausgangsposition: Für Flensburg waren die letzten Tage eine emotionale Achterbahnfahrt. In nur fünf Tagen platzen zwei Titelträume (in der Champions-League und im DHB-Pokal), ehe ein 32:25-Frustsieg gegen Göppingen und der Ausrutscher der Rhein-Neckar Löwen in Berlin zumindest die eigenen Meisterschaftsaktien wieder steigen ließ. Aber auch den Druck. „Die SG muss bei uns gewinnen, wenn sie weiterhin im Titelrennen bleiben will“, weiß der MT-Coach. Ebenso um die eigene Rolle des Züngleins an der Waage im Meisterschafts-Dreikampf (nach Flensburg kommt Kiel). Doch die wird angesichts der eigenen Interessen zur Nebensache: „Wir wollen den vierten Platz festigen und unseren Vorsprung auf Berlin verteidigen.“

4. Die Taktik: Flensburg/Handewitt glänzte in der laufenden Saison unter anderem mit zwei grundverschiedenen Aufbaureihen: einer mit den „Shootern“ Glandorf, Djordjic und Jakobsson und eine der wendigen Techniker Mogensen, Gottfridsson und Mahé. Der Melsunger Vorteil: Trainer Roth hat für beide „Systeme“ die notwendigen Abwehrvarianten, die sich im Verlauf der Saison bewährt haben. Im Hinspiel stach die 5:1-Deckung mit dem vorgezogenen Marino Maric, dem als Abfangjäger drei Tore gelangen.

5. Das Personal: Flensburg/Handewitt muss im Saisonendspurt auf den verletzten Rasmus Lauge Schmidt verzichten, der nach seinem Wechsel aus Kiel bei der SG so richtig aufblühte. Der aber laut MT-Spielmacher Patrik Fahlgren („Wenn eine Mannschaft einen solchen Ausfall wegstecken kann, dann Flensburg“) durchaus ersetzbar ist. Etwa durch Thomas Mogensen. Der dänische Nationalspieler hatte seine Ausnahmestellung im Team als Spielmacher schon eingebüßt und kann sie nun zurück erkämpfen. Melsungen meldet Bestbesetzung. Ausnahme: Johan Sjöstrand. Über dessen Comeback-Chancen nach seiner Handverletzung halten sich die MT-Verantwortlichen bedeckt. Vielleicht um mit dem nicht nur im Hinspiel überragenden Torwart einen Trumpf in der Hinterhand zu haben.

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