Melsungens Reservisten überzeugen

Nach 28:28 gegen Magdeburg: Roth sauer über verschenkten Sieg

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Glänzte mit vier Treffern nach der Pause: Melsungens Rückraumspieler Jan Forstbauer (r.), hier im Zweikampf mit Magdeburgs Europameister Finn Lemke.

Kassel. Wenn Geschichte sich wiederholt, endet es für einen der Beteiligten häufig tragisch. Ganz so schlimm war‘s für die MT Melsungen nach dem Remis des heimischen Handball-Bundesligisten gegen den SC Magdeburg zwar nicht, aber immerhin höchst ärgerlich.

Und Michael Roth machte auch gar keinen Hehl daraus. „So etwas darf uns einfach nicht passieren“, kritisierte der MT-Coach seinen Mannen, die, so seine Mutmaßung, aus dem Hinspiel „wohl nichts gelernt hatten“. Da verspielten seine Schützlinge beim Ex-Meister in den letzten zwei Minuten einen Zwei-Tore-Vorsprung, diesmal lagen sie in der Schlussphase sogar mit drei Treffern in Führung, ohne – Duplizität der Ereignisse – über ein 28:28 hinaus zu kommen.

Happy-End fiel aus

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Besonders frustrierend für drei Melsunger Spieler, die sonst eher selten im Rampenlicht stehen. Und sich in diesem umkämpften Spiel angeschickt hatten, für die sonstigen diesmal indisponierten Hauptdarsteller (Müller Müller, Patrik Fahlgren, Momir Rnic) die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Das Happy-End fiel indes aus, die Freude über die eigene, durchaus ansprechende Leistung war heftig getrübt. „Richtig schade“ fand das etwa Reservist Jan Forstbauer, der sein längstes (28 Minuten) und bestes Spiel im MT-Trikot absolvierte.

Der 23-jährige ehemalige Junioren-Nationalspieler, der den Verein nach drei Spielzeiten zum Saisonende verlassen wird, trat nach kurzer Eingewöhnungszeit sogar fulminant als Vollstrecker auf den Plan. Viermal traf er aus der zweiten Reihe. Effektvoll in Szene gesetzt von Nenad Vuckovic, einem Leidensgenossen von der Bank, dessen Einwechslung und noch mehr sein Tor zum 24:20 von den Zuschauern stürmisch gefeiert wurde. „Das tat gut“, gestand der 35-jährige dienstälteste MTer, der sich zuletzt mit der Rolle als dritter Spielmacher zufrieden geben musste.

Vuckovic voll „da“

Das hatte an dem Serben, jahrelang ein Leistungsträger, natürlich genagt. Aber den Rückraumspieler keineswegs davon abgehalten, voll „da“ zu sein, als er gebraucht wurde, um dem Angriffsspiel seiner Mannschaft wieder mehr Struktur zu verleihen. Noch bei Maric‘ Tor zum 28:25 (58.) schien das Früchte zu tragen, ehe selbst ein glänzend aufgelegter René Villadsen die punktgenaue Aufholjagd der Gäste nicht mehr verhindern konnte.

Der folgerichtig eher verkniffen denn fröhlich seine 18 gehaltenen Bälle kommentierte: „Den letzten musste ich passieren lassen.“ Immerhin hatte der Däne, der den verletzten Johan Sjöstrand als Nummer eins im Tor vertrat, eindrucksvoll unter Beweis gestellt, „warum wir ihn geholt haben“ (Roth). Umso unverständlicher, warum dessen starke Leistung in Kombination mit einer Abwehr, die die Magdeburger Recken phasenweise vor unlösbare Probleme stellte, nicht zum Sieg gereicht hatten. Und den Europapokalspiranten die Vergangenheit einholte.

MT Melsungen gegen SC Magdeburg

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