MT-Gegner Lemgo ist nicht zu unterschätzen

Trainer in Lemgo: Weltmeister Florian Kehrmann. Foto: Hahn

Kassel/Lemgo. Vom Charme vergangener Tage ist nicht mehr viel zu spüren. War der TBV Lemgo schon in den vergangenen Jahren eine graue Maus, so geht es jetzt mittlerweile in Richtung blassgrau.

Bezeichnend: Der Handball-Bundesligist aus dem Lipperland hat nach dem Weggang von Hendrik Pekeler und Finn Lemke im Sommer 2015 keinen einzigen deutschen Nationalspieler mehr im Kader - und folglich jetzt auch keinen frisch gebackenen Europameister.

Dennoch verdient der Meister von 2003 gehörige Beachtung. Vor dem Heimspiel am Sonntag ab 17.15 Uhr gegen die MT Melsungen liegen die Ostwestfalen mit 14:26 Punkten auf dem zwölften Platz und sorgen immer mal wieder für Aufsehen. Im ersten Auftritt nach der EM-Pause feierte das Team von Weltmeister Florian Kehrmann ein unerwartet klares 28:22 bei den heimstarken Eisenachern. An Weihnachten waren die Lemgoer beim 30:32 in der Lipperlandhalle gegen Flensburg nah dran an einer Sensation.

Das mit einem Team, in dem es keine Stars gibt. Der TBV hat es nicht gemacht wie der HSV Hamburg und setzt auf eine Mannschaft, die er sich auch leisten kann. Leistungsträger heißen hier Kogut, Mansson und Zieker.

Den Melsungern bestens bekannt ist natürlich Kreisläufer Anton Mansson aus seiner Zeit an der Fulda. In der Abwehrmitte operiert der Schwede mit seinem früheren MT-Kollegen und Landsmann Jonathan Stenbäcken. „Sie machen ihre Sache richtig gut“, lobt Kehrmann, „Johnny kannte diese Rolle im Innenblock ja gar nicht.“ Im Angriff muss sich Stenbäcken die Einsatzzeiten mit Arne Niemeyer, nach Grippe wieder dabei, sowie Ionut Ramba teilen.

Der Rumäne kam im Verlauf dieser Runde und sorgte im linken Rückraum für so viel Rambazamba, dass ihn der Klub mit einem Vertrag bis 2018 ausstattete. Auf den Torjäger, der bei der 24:37-Hinspielpackung noch nicht dabei war, werden sich die Melsunger Deckungsspieler so einstellen müssen wie auf Regisseur Andrej Kogut und die Flügelzange mit Patrick Zieker und Tim Hornke.

Da die Lemgoer keinen EM-Teilnehmer hatten, konnte sich das Team weitgehend in Besetzung auf die Restrunde vorbereiten. Zwischenzeitlich fehlten nur die Nationalspieler Ramba, Erwin Feuchtmann (Chile) und Arjan Haenen, der wie MT-Außen Jeffrey Boomhouwer für die Niederlande einige Qualifikationsspiele bestreiten musste.

„Wir spielen zu Hause, wir haben Flensburg an den Rand einer Niederlage gebracht, wir brauchen uns vor der MT nicht zu verstecken“, sagt Kehrmann und rechnet sich gute Außenseiterchancen aus.

• Bisherige Ligavergleiche: 21 Spiele, 13 Siege TBV Lemgo, acht Siege MT Melsungen, Hinspiel: 37:24 für die MT.

Von Björn Mahr

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