Suche nach Wegen aus der Krise

MT-Handballer mussten zum Rapport

Klare Ansagen vom Trainer: Melsungens Coach Michael Roth (Mitte, hier bei einer Auszeit im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen) bat seine Mannschaft am Montagvormittag zum Gespräch. Archivfoto: Fischer

Kassel. Die 20:23-Niederlage in Leipzig wirkt nach. Am Montagmorgen mussten die Melsunger Bundesliga-Handballer bei MT-Manager Axel Geerken und Trainer Michael Roth zum Rapport.

„Es ist wichtig, dass auch jetzt vom Verein Druck kommt“, erklärte Roth dazu, der zudem betonte: „Wir stecken in einer schwierigen psychologischen Lage.“ Die MT liegt als Tabellendrittletzte auf einem Abstiegsplatz – und auf eine solche Situation war die Mannschaft, im Vorjahr noch auf dem vierten Rang im Abschlussklassement, nicht eingestellt. Zwar sind es lediglich vier Pluspunkte bis auf Rang fünf, dies ist aber nichts, was Roth wirklich beschäftigt: „Wir brauchen nicht auf die vorderen Plätze zu gucken.“

Wie kann die Mannschaft, wieder in die Spur finden? Wir zeigen fünf mögliche Wege aus der Krise auf:

1. Trainingslager: Wenn Mannschaften aus der Fußball-Bundesliga auf der Suche nach ihrer Form sind und sich die erhofften Erfolge nicht so recht einstellen wollen, dann zieht der Trainer schon einmal seine Spieler ein gutes Stück von der sportlichen Heimat entfernt zusammen: in einem Hotel mit entsprechenden Trainingsbedingungen. Zu dem Zweck, dass das Team – von der Öffentlichkeit etwas abgeschottet – wieder den Blick für das Wesentliche bekommt. Umsetzung? nicht geplant

2. Personelle Umstellung: Der gute Kader der Nordhessen gibt es durchaus her, dass die Startsieben punktuell verändert wird. Vor allem im Angriff hat Roth einige Variationsmöglichkeiten. So könnte Routinier Nenad Vuckovic am kommenden Sonntag ab 17.15 Uhr im Heimspiel gegen den TVB Stuttgart auf der Mitte beginnen. Im rechten Rückraum dürfte der wurfgewaltige Neuzugang Dener Jaanimaa nach zwei kompletten Übungswochen bei der MT durchaus schon eine echte Alternative zu Kapitän Michael Müller sein. In der Abwehr sind Umstellungen indes schwierig – und auch unnötig. Das Deckungszentrum mit den Müller-Zwillingen Michael und Philipp sowie Felix Danner ist – selbst wenn es mal nicht so gut läuft – immer noch schwer zu überwinden. Umsetzung? möglich

3. Straftraining: Die Vorstellung der Melsunger in der ersten Halbzeit in Leipzig war katastrophal. Erst nach zwei Auszeiten erwachten einige Spieler aus der Lethargie. Es wäre deshalb nur logisch, wenn Chefcoach Roth dem Team in dieser Woche einen freien Vormittag oder Nachmittag streicht. Dies sollte jedoch besser zu Wochenbeginn passieren, damit die Mannschaft bis zum Sonntag gegen Stuttgart genügend Zeit hat, um zu regenerieren. Umsetzung? möglich

4. Trainingsinhalt: In dieser Phase geht es für die MT darum, über den Kampf ins Spiel zu finden. Die nötige Aggressivität ließen die Spieler bis zur Pause gegen die Sachsen vermissen – wovon auch lediglich zwei Zeitstrafen in 60 Minuten zeugen. Wenn die Akteure in den Übungseinheiten in dieser Woche mit mehr Härte agieren, sollte das Team am Sonntag gegen die Schwaben eine andere Körpersprache an den Tag legen. Umsetzung? wahrscheinlich

5. Aussprache: Zusammengesetzt haben sich die MT-Profis schon einige Male – sowohl mit als auch ohne Trainerbeteiligung. Vor dem Spiel gegen Gummersbach trafen sich die Spieler etwa bei Linksaußen Michael Allendorf, um Klartext zu reden. Es hat geholfen: Danach trat das Team sehr konzentriert auf. Umsetzung? nicht geplant

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.