Die MT Melsungen in der Einzelkritik: Michael Müller, der Häuptling

Für seinen Trainer Michael Roth der „Spieler der Saison“: Michael Müller war der Kopf in einem bärenstarken Melsunger Kollektiv. Fotos:  Fischer (2)/Schachtschneider

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen blickt auf die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte zurück. Wir nehmen jeden Spieler noch einmal unter die Lupe.

Die MT Melsungen hat in der abgelaufenen Saison Erstaunliches erreicht: vierter Platz mit 47 Punkten und damit die beste Platzierung des heimischen Handball-Bundesligisten seit dem Aufstieg 2005. Grund genug, jeden einzelnen noch mal unter die Lupe zu nehmen. Die MT-Spieler in der Einzelkritik:

Tor

Johan Sjöstrand (29 Jahre): Die Zweifel an seinem Leistungsvermögen nach einer langwierigen Infektionskrankheit waren schnell zerstreut. Der Neuzugang aus Kiel avancierte vom ersten Spieltag an zum erhofften Rückhalt. Mehr noch: Der Schwede wurde zum Schreckgespenst für die gegnerischen Außen, denen er reihenweise die Bälle wegpflückte.

René Villadsen (30): Der Däne stellte nach kurzer Anlaufzeit unter Beweis, dass er eine gute Nummer zwei ist. Als aufgrund Sjöstrands Verletzung der Ex-Eisenacher gefragt war, war auf ihn Verlass. Beim wichtigen 29:28-Erfolg beim Bergischen HC war er sogar einer der Matchwinner.

Rechtsaußen

Johannes Sellin (25): Der Ex-Berliner spielte eine imponierende Saison und war mit 163/42-Toren bester MT-Schütze.

Christian Hildebrand (30): Wenn er insbesondere in der Deckung gebraucht wurde, konnte Melsungen auf ihn zählen. Stand aber ansonsten im Schatten von Sellin.

Rückraum rechts

Michael Müller (31): Er war der Kopf eines bärenstarken Kollektivs und ging immer voran. Als Vollstrecker, als Abwehrstratege, als Kapitän, ja: als Häuptling. Für Trainer Michael Roth daher der „Spieler der Saison“.

Malte Schröder (29): Von Verletzungen geplagt, war das sicherlich nicht seine beste Saison. Trotzdem konnte der Linkshänder nach seinem Comeback in der Schlussphase der Saison noch wichtige Akzente setzen.

Jan Forstbauer (24): Der Durchbruch in der Bundesliga blieb dem ehemaligen Junioren-Nationalspieler verwehrt. Konnte aber bei seinen wenigen Einsätzen durchaus seine spielerischen Qualitäten andeuten.

Rückraum Mitte

Patrik Fahlgren (30): Der Schwede kehrte aufgrund einer langwierigen Verletzung erst gegen Ende der Hinrunde zurück. Einerseits profitierte die MT von seinen Ideen, andererseits knüpfte er nur selten an seine Glanzaufritte der letzten Saison an.

Timm Schneider (27): Der spielerische Kontrapunkt zu Fahlgren, worauf sich die Gegner häufig nur schwer einzustellen wussten. Mit der Auflösung zum Kreis schuf der wuchtige Ex-Lemgoer die nötigen Räume für seine Nebenleute oder zog selbst ab.

Nenad Vuckovic (35): Als der dienstälteste Melsunger aufgrund seines Bankdaseins in die Diskussion geriet (und sich selbst in diese brachte), offenbarte der torgefährliche Mittelmann noch mal, wie wichtig er für die Mannschaft ist.

Rückraum links

Momir Rnic (28): Dem Neuzugang von 2014 wird noch die meiste „Luft nach oben“ nachgesagt. Eine gute erste Halbzeit ließ der Serbe häufig eine weniger gute zweite folgen - leichte Tore, die der Mannschaft letztlich fehlten.

Philipp Müller (31): In der Abwehr zusammen mit Felix Danner im Mittelblock eine Bank, im Angriff immer mal wieder eine Alternative. Besonders dann, wenn er von seinen Nebenleuten „geholt“ wurde.

Linksaußen

Jeffrey Boomhouwer (27): Der Holländer sorgte mit seinen rasenden Tempogegenstößen für Beifallsstürme in der Rothenbach-Halle und kompensierte so den Ausfall von Michael Allendorf ganz gut.

Michael Allendorf (29): Der Pechvogel im Team, der immer wieder von Verletzungen gebremst wurde. Immerhin kam der Nationalspieler noch mal zurück und erzielte zwei wichtige Tore in Wuppertal.

Kreis

Felix Danner (30): Die Zuverlässigkeit in Person, sowohl im Abwehrzentrum wie auch am gegnerischen Kreis. Danner spielte nicht immer spektakulär, aber stets äußerst effektiv.

Marino Maric (26): Drehte in seinem zweiten Jahr in Melsungen noch mehr auf. Am Kreis gerieten seine verzögerten Abschlüsse zur Augenweide, in der Abwehr offenbarte der Kroate als Spitze der 5:1-Deckung neue Qualitäten. Ein echtes Juwel.

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