HSV-Geschäftsführer trifft auf Ex-Klub MT Melsungen

Wiedersehen in Kassel mit dem Fast-Aufstiegstrainer

Christian Fitzek und einer seiner Schützlinge: der Ukrainer Andrii Doktorovych , der eine Saison unter dem heutigen HSV-Geschäftsführer spielte. Foto: Hahn

Melsungen/Hamburg. Es kann schon mal passieren, dass Christian Fitzek, wenn er aus Hamburg auf dem Weg in den Süden ist, auf der A 7 die Abfahrt Melsungen nimmt.

Um einen kurzen Spaziergang durch die Fußgängerzone der Bartenwetzerstadt zu machen, ehe der 54-Jährige seinen Weg fortsetzt. „Aus alter Verbundenheit“, wie er sagt, „denn ich hatte dort eine wunderbare Zeit gehabt.“ Drei Jahre als Trainer der MT Melsungen, von 1997 bis 2000. Aus dem Zweitligisten von einst ist ein Stammgast im Handball-Oberhaus geworden. Und aus dem MT-Coach der Geschäftsführer des HSV Hamburg, der am Mittwoch um 20.15 Uhr in der Rothenbachhalle gastiert.

Zehn Erstligajahre hat die MT mittlerweile auf dem Buckel. Viel hat nach der ersten Saison unter dem Rheinländer nicht gefehlt und es wären sieben mehr. Genau zwei Punkte trennten die Melsunger am Ende der Saison 1997/98 vom zweiten Platz, der zu zwei Aufstiegsspielen berechtigte. Noch über Weihnachten hatte die Mannschaft sogar die Tabellenspitze geziert, für Aufbruchstimmung im Umfeld gesorgt, sich dann aber in der Rückrunde „einige unnötige Niederlagen“ (Fitzek) erlaubt. Trotzdem.

Christian Fitzek und einer seiner Schützlinge: der Ukrainer Andrii Doktorovych , der eine Saison unter dem heutigen HSV-Geschäftsführer spielte. Foto: Hahn

Fast hätte sich der Club sportlich selbst überholt, der allenfalls mittelfristig das „Abenteuer Bundesliga“ wagen wollte. „Die Strukturen waren noch nicht erstligareif“, erinnert sich Fitzek. Der Trainer war der einzige Profi, während die Spieler noch zumindest halbtags arbeiten gingen. Was an seiner Faszination für diese „großartige Mannschaft“ nichts ändert, in der höchst unterschiedliche Charaktere wie Kraftpaket Rene Croy, „Kampfschwein“ Markus Pregler, Schweiger Predrag Kontic, Rückraumrecke Andrii Doktorovych oder die Außen Rene Krüger und Andre Sperl an einem Strang zogen.

Die Euphorie der ersten Fitzek-Saison wich indes der Ernüchterung, „weil es an einer klaren Aussage fehlte, ob der Verein den nun in die erste Liga wollte oder nicht.“ Und auch die Personalpolitik war, wie der ehemalige Nationalspieler selbstkritisch gesteht, danach nicht immer glücklich. Also folgte ein neunter und ein elfter Platz und sein Wechsel zu Traditionsclub FA Göppingen, den er in der ersten Liga etablierte.

In vier Funktionen - als Co.-Trainer von Bob Hanning, als Chefcoach, als Sportlicher Leiter und als Geschäftsführer - war Fitzek von 2004 bis 2011 maßgeblich am sportlichen Aufschwung des HSV Hamburg beteiligt. Und in der Stunde der größten (Finanz-) Not zur Stelle, als ihn Ex-Präsident und Hauptsponsor Andreas Rudolph vor der laufenden Saison zurück ins HSV-Boot holte. Das er bereits in ruhigere Gewässer navigierte. Der Anfang einer neuen, alten Mission, die ihn auch weiterhin ab und zu nach Melsungen führen wird.

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