Melsungen bis auf Allendorf in Bestbesetzung – Meister THW als Favorit mit Sorgen

MT Melsungen heute gegen den THW: Wer stoppt Kiels Star Duvnjak?

Eine Klasse für sich: Kiels Spielmacher Domagoj Duvnjak. Foto:  dpa

Kassel/Kiel. Der Meister kommt. Das Nonplusultra des europäischen Handballs. Die Mannschaft, die eine Woche später beim Final Four der Champions League in Köln erneut nach der kontinentalen Krone greift.

Der THW Kiel nämlich, der ob solcher Referenzen natürlich als Favorit zur MT Melsungen (heute 17.15 Uhr Rothenbachhalle, live bei Radio HNA) reist.

Und doch sind die Kräfteverhältnisse nicht so eindeutig, wie es die Statistik aussagt – 19 Bundesliga-Siege für die Nordlichter und zwei für die MT. „An einem richtig guten Tag können wir jeden Gegner schlagen“, erklärt Abwehrchef Felix Danner. Aber: Ein guter Tag sollte es schon sein, „sonst sind wir chancenlos“.

Wie im jüngsten Heimspiel gegen die SG Flensburg/Handewitt, die danach aber auch beim Titelverteidiger triumphierte und den drei Spieltage vor Schluss aus dem Meisterschaftsrennen kegelte. „Das war’s“, gestand THW-Trainer Alfred Gislason. Was aber keineswegs Schonung für die restlichen drei Bundesliga-Partien bedeutet. „Das können die gar nicht, die gehen immer volle Pulle“, weiß MT-Torwart Johan Sjöstrand. Aus eigener Erfahrung, schließlich stand er zwei Jahre bei den Zebras im Tor.

Melsungens Vorteil: Ein 28:21-Sieg beim TVB Stuttgart zur Verarbeitung der Heimschlappe gegen Flensburg. „Wir sind wieder im Rhythmus“, frohlockt Trainer Michael Roth und meint auch seine nun wieder über 60 Minuten sattelfeste Deckung.

Die werde sich insbesondere auf Domagoj Duvnjak konzentrieren. Weil der Welthandballer von 2013 (in diesem Jahr erneut nominiert) dank seiner herausragenden individuellen Fähigkeiten ein Spiel ganz allein entscheiden kann. Weil der 27-jährige Kroate als Spielmacher plus Vollstrecker Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft ist. Aber auch weil seine prominenten Nebenleute im Rückraum wie Marko Vujin oder Joan Canellas, der Kiel verlassen wird, in dieser Saison immer mal wieder schwächeln.

Sie müssen aber trotzdem ran, da Stammkräfte wie Steffen Weinhold und Winter-Neuzugang Blazenko Lackovic (aus Hamburg) verletzt sind. Immerhin: Am Kreis scheint der wieder genesene Patrick Wiencek den dänischen Nationalspieler Rene Toft Hansen (Kreuzbandriss) ersetzen zu können.

Die Melsunger können dagegen bis auf Michael Allendorf in Bestbesetzung antreten. Was den Konkurrenzkampf auf einigen Positionen wie der Mitte, wo es mit Nenad Vuckovic, Patrik Fahlgren und Timm Schneider gleich drei Spielmacher unterschiedlichen Typs gibt, anheizt. Und dem MT-Coach in Abwehr und Angriff taktische Optionen beschert. Etwa eine Sonderbehandlung für Duvnjak bei einer 5:1-Deckung. Sollte die greifen und die Gastgeber den erhofften Sahnetag erwischen, könnt’s vor vollem Haus wirklich was werden mit dem dritten Bundesligasieg gegen die Zebras.

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