MT-Neuzugänge: Haenen hat viel von Weltmeister Kehrmann gelernt

Im Krafttraining: MT-Neuzugang Arjan Haenen pumpt am Fleesensee. Foto:  privat/nh

Melsungen. Wie reagiert ein Schlitzohr, wenn es „Schlitzohr“ genannt wird? Es schweigt und grinst.

Auch Arjan Haenen lässt sich zu einem verschmitzten Lächeln hinreißen. Zu mehr nicht, schließlich weiß der 29-jährige Neuzugang der MT Melsungen um den Ruf, der ihm vorauseilt. „Ein Fuchs“, wie sein neuer Trainer Michael Roth den Rechtsaußen beschreibt, „ein Instinkthandballer, der die Bundesliga zudem bestens kennt.“

Referenzen, die letztlich entscheidend dafür waren, den Linkshänder als Nachfolger für Christian Hildebrand zu verpflichten. Empfehlungen, die der zweite Holländer im Team des heimischen Handball-Bundesligisten neben Jeffrey Boomhouwer aber keineswegs zu hoch hängen will. Für ihn sind’s „die kleinen Dinge“, die den Unterschied machen. Etwa die Fähigkeit, dem Gegner Bälle zu klauen oder seine Trickwürfe, vorrangig Drehervarianten. Wobei Arjan Haenen bei einem Weltmeister - und seinem Idol - in die Lehre ging. Bei Florian Kehrmann nämlich, mit dem er zwei Jahre zusammen in Lemgo spielte und der in der letzten Saison sogar sein Trainer war. „Ein Traum“ für den 14-fachen niederländischen Nationalspieler, der „Flo“ Kehrmann für den Besten seiner Zunft hält.

Drei Jahre brauchte der Neu-Melsunger, um sich in Lemgo über das Regio-Team in der Regionalliga und der 3. Liga in die erste Mannschaft und damit ins Rampenlicht des Oberhauses hochzuarbeiten. Als Haenens Vertrag nach der letzten Saison beim TBV auslief, heuerte er erst einmal für zwei Jahre in Nordhessen an. Haenen: „Mein nächster Entwicklungsschritt“ - nach dem Abstiegskampf in Lemgo nun die europäische Bühne im EHF-Pokal mit Melsungen.

Ein Wettbewerb, der dem Rechtsaußen nicht unbekannt ist, schließlich nahm er daran schon mit Bevo HC Panningen teil. Der Verein, bei dem er groß wurde. Dessen Trainer, sein Onkel, seine Handballbegeisterung weckte, während seine Kumpels allesamt Fußball spielten. Seine schnelle sportliche Entwicklung machte es Arjan Haenen leicht, dem zu widerstehen. Schon mit 12 Jahren hatte er seine ersten internationalen Einsätze, bereits mit 17 stieß er zur ersten Mannschaft in der 1. holländischen Liga.

Keine Frage, es ging stetig bergauf. Kein Wunder also, dass der Neue sich nicht so einfach mit der Rolle als Nummer zwei hinter Johannes Sellin auf Rechtsaußen zufrieden geben will. „Wir fangen alle bei null an, um uns für die Stammbesetzung zu empfehlen“, sagt er. Und: „Natürlich will ich spielen.“ Das Grinsen ist mittlerweile verschwunden, hat einem durchaus entschlossenen Blick Platz gemacht.

Zur Person

Arjan Haenen (29), geboren in Deume (Niederlande), lernte beim BVO HC Panningen das Handballspielen, mit dem er fünf Jahre in der 1. holländischen Liga spielte sowie am EHF-Pokal und dem Europapokal der Pokalsieger teilnahm. 2009 wechselte der 1,80m große Rechtsaußen zur HSG Handball Lemgo, wo er 2012 den Durchbruch zum Bundesligaspieler schaffte. Für Holland bestritt er bisher 14 Länderspiele.

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