Nach der Niederlage gegen die Löwen

MT-Trainer Roth: Rückraum war ein Totalausfall

Kein Durchkommen: MT-Kapitän Michael Müller (Mitte) wird von Mads Mensah (links) und Gedeon Guardiola gestoppt. Foto:  Binder

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen kam beim 24:34 gegen die Rhein-Neckar Löwen böse unter die Räder. Der Rückraum sei ein Totalausfall gewesen, sagt Trainer Michael Roth.

Das tat weh. Michael Roth war bedient. „Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen“, sagte der Trainer der MT Melsungen nach der 24:34 (12:16)-Packung bei den Rhein-Neckar Löwen in der Mannheimer SAP-Arena. Im vierten Vergleich mit dem Topteam innerhalb von dreieinhalb Monaten kam der nordhessische Handball-Bundesligist am Donnerstag böse unter die Räder. Dabei offenbarte die MT vor allem im Angriff große Schwächen. Fünf Stichpunkte zu dieser Pleite:

1.Totalausfall: Der Melsunger Trainer fand deutliche Worte: „Unser Rückraum war ein Totalausfall.“ Weder Momir Rnic und Philipp Müller, noch die Spielmacher Timm Schneider und Patrik Fahlgren sorgten für Gefahr. Lediglich Michael Müller erfüllte mit sechs Toren die Pflicht. Aber auch der Kapitän fabrizierte zahlreiche Fehler. Insgesamt fehlte es an Ideen, Tempo und Durchsetzungskraft. Die Löwen-Deckung mit Mads Mensah, Gedeon Guardiola und Europameister Hendrik Pekeler baute eine kaum zu überwindende Mauer auf.

Roth probierte, stellte um, brachte den zuletzt nicht eingesetzten Nenad Vuckovic. Die nüchterne Erkenntnis: „Wenn du viel probieren musst, heißt das, dass es nicht läuft“, sagte der MT-Trainer.

2.Defensive: Normalerweise ist die Melsunger Abwehr gefürchtet in der Liga. Doch gegen die Löwen stand die Defensive nicht so stabil wie sonst - egal ob in der 5:1- oder 6:0-Formation. Der Spitzenreiter hatte die passenden Antworten parat. „Wir hatten hinten keinen Zugriff und somit gar nicht erst die Chance, unser Tempospiel aufzuziehen“, sagte Felix Danner. Irgendwann sei die Luft raus gewesen, ergänzte der MT-Kreisläufer, und die Löwen hätten sich dann in einen Rausch gespielt: „Diese Partie müssen wir schnell abhaken.“

3.Torwart: Den Ex-Melsunger im Tor der Löwen hätte sich die MT für dieses Spiel wohl gern ausgeliehen. Mikael Appelgren bewies vor 9154 Zuschauern eindrucksvoll, warum er in Nordhessen zu den Publikumslieblingen zählte. René Villadsen hingegen im Tor der MT jagte dem Gegner nicht wirklich Angst ein. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen sagte: „Meine Jungs hatten mehr Mut, weil heute Johan Sjöstrand nicht im Tor stand.“ Die Melsunger Nummer eins wurde am Freitag an der Hand operiert und wird noch mindestens sechs Wochen ausfallen. Gut möglich, dass die MT noch einen Transfer tätigen wird. Auch wenn sich in Maurice Paske ein echtes Talent in Lauerstellung befindet (siehe Artikel unten).

4.Einzelkönner: Dass die Löwen eine Spitzenmannschaft sind, ist nichts Neues. „Aber heute hat man deutlich gesehen, welche individuelle Klasse sie besitzen“, sagte Roth. Allen voran Andy Schmid. Dem Spielmacher zuzuschauen, war das Eintrittsgeld wert - nicht nur wegen seiner 13 Tore. Brillante Technik, brillante Übersicht. Schmid hätte vermutlich aus der Kabine aufs Tor werfen können, und der Ball wäre auch dann reingegangen. „Uns hat solch ein Einzelkönner gefehlt“, sagte Roth.

5.Meisterschaft: Als der Hallensprecher in Mannheim zwischendurch das Flensburger Unentschieden verkündete, schien es, als würden die Löwen eine zusätzliche Schippe draufpacken. Nach einer kleinen Schwächephase sind die Badener mehr denn je mittendrin im Titelrennen. Und die MT? „Wir haben heute deutlich gesehen, dass wir mit den ersten drei Plätzen nichts zu tun haben“, sagte MT-Trainer Roth. Für die Melsunger Handballer zählt jetzt nur noch Platz vier.

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