Dritter Sieg in der Bundesliga

Müller macht’s möglich: Melsungen gelingt Coup gegen Kiel - 30:29

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Kassel. Mit einem Coup der ganz besonderen Art stieß die MT Melsungen das Tor zu Europa ganz weit auf.

Mit einem 30:29 (14:17)-Erfolg gegen den THW Kiel nämlich, der von den 4300 Zuschauern in der Rothenbachhalle frenetisch gefeiert wurde. Und den wertvollen Nebeneffekt für den heimischen Handball-Bundesligisten hatte, dass der als Tabellenvierter so gut wie für den EHF-Pokal qualifiziert ist. „Ich bin einfach nur happy“, jubelte MT-Trainer Michael Roth.

Die Hoffnung auf den Coup wurde bereits in der Anfangsphase genährt. Dadurch, dass Kiel ohne seine Stars Domagoj Duvnjak und Niklas Landin begann. Dadurch, dass MT-Trainer Roth bei der taktischen Ausrichtung seiner Mannen richtig zu liegen schien: Die 5:1-Deckung stand gut und im Angriff gelang es Regisseur Fahlgren, den dynamischen Momir Rnic mehrfach in Szene zu setzen.

Das Problem: Der Serbe mutierte in Sachen Treffsicherheit fast zum Alleinunterhalter. Seine Nebenleute warfen Nikolas Katsigiannis warm, der damit eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er mehr als ein Landin-Ersatz war. Ein Einladung an die gefürchtete Tempogegenstoßstärke der Nordlichter, die sich nicht zweimal bitten ließen. Michael Roth reagierte, brachte erst Timm Schneider (für Patrik Fahlgren) und – mit viel Applaus begleitet – Johan Sjöstrand. Doch auch die beiden konnten nicht verhindern, dass Marko Vujin nach 20 Minuten auf 12:8 für die Gäste erhöhte.

Trotzdem war der schwedische Nationaltorhüter bei seinem Comeback nach seiner Handoperation gleich drin in der Partie. Und verhinderte mit drei Paraden vor der Pause, dass der THW frühzeitig vorentscheidend davonzog. Mit Gislasons Hereinnahme von Welthandballer Duvnjak (22.) war allerdings endgültig klar, dass es hier für den Tabellendritten nichts zu verschenken gab. Nein, der Titelverteidiger ging eine Woche vor dem Final Four in der Champions League wie immer volle Pulle.

Eine große Herausforderung also, der die Melsunger nach dem Wechsel im Angriff wesentlich besser gerecht wurden. Auf einmal lief der Ball (von Schneider schnell gemacht), auf einmal taten sich in der Nahwurfzone Lücken auf, auf einmal hatten die Roth-Schützlinge Teufelskerl Katsigiannis drauf. Die Folge: Mit einem furiosen 4:0-Lauf (zweimal Maric, Schröder und Ph. Müller) drehte der Außenseiter die Partie (20:18 in der 38. Minuten), die von nun an auf des Messers Schneide stand. Nach 49 Minuten gar mit Vorteilen für die MT, als der bärenstarke Maric und Jeffrey Boomhouwer (2) mit drei Toren in Folge für einen 25:22-Vorsprung sorgten. Obwohl Alfred Gislason zwischenzeitlich mit Dominik Klein und Niklas Landin seine letzten beiden Trümpfe gebracht hatte.

MT Melsungen gelingt Coup gegen Kiel

Natürlich kam Kiel zurück. Doch ebenso natürlich nahm MT-Kapitän Michael Müller die Sache in der Schlussphase höchstpersönlich in die Hand. Und führte seine Mannschaft zum dritten Bundesligasieg gegen die Handballmacht aus dem Norden.

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