Nach Triumph gegen Kiel: Diese MT macht Spaß wie nie

Ein Siegestänzchen: Die Melsunger Handballer feiern den 30:29-Triumph gegen Kiel. Zu sehen sind (von links) Jeffrey Boomhouwer, Momir Rnic, Nenad Vuckovic, Felix Danner, René Villadsen und Timm Schneider. Fotos:  Schachtschneider

Kassel. Nach Triumph gegen Kiel herrscht bei den Bundesliga-Handballern der MT Melsungen die vpure Begeisterung. Das Team steht kurz vor der Teilnahme am EHF-Cup.

Jetzt auch noch der THW Kiel. Mit dem 30:29-Triumph gegen den Deutschen Meister haben die Handballer der MT Melsungen das nächste Glanzlicht in dieser ohnehin schon berauschenden Bundesliga-Saison gesetzt. Spieler, Trainer, Funktionäre und die Fans in der ausverkauften Rothenbach-Halle waren aus dem Häuschen. Nicht zuletzt deshalb, weil dank dieses Erfolgs das Tor zum EHF-Cup sperrangelweit offen steht.

Mit Teamgeist, Kampf und unglaublichem Siegeswillen hat die Mannschaft von Trainer Michael Roth den Favoriten aus dem Norden niedergerungen. Diese MT macht Spaß wie nie. Und das liegt unter anderem daran:

Die neue Qualität 

Die Melsunger Mannschaft bricht in dieser Saison alle Rekorde. Zwei Spieltage vor Schluss haben die Nordhessen bereits 43 Pluspunkte auf dem Konto - so viele Zähler hatten sie noch nie. Bisher stand die Bestmarke bei 40 Punkten. Der vierte Platz ist so gut wie sicher. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Berlin bei noch zwei ausstehenden Spielen.

Überstrahlt wird dieses Ergebnis von einer anderen Ausbeute: Gegen keine Mannschaft in dieser Liga hat die MT eine Negativbilanz. Die drei Großen aus Mannheim, Flensburg und Kiel? Je einmal geschlagen. Tabellennachbar Berlin? Gleich zweimal bezwungen. Und die anderen direkten Konkurrenten aus Göppingen und Wetzlar? Erteilten die Melsunger mindestens einmal eine Lektion. Lediglich gegen Angstgegner Magdeburg gab es keinen Sieg, sondern zwei Unentschieden. Keine Frage, bei den Nordhessen herrscht eine neue Qualität.

Das neue Selbstverständnis 

Zu dieser Entwicklung passt ein Zitat von Michael Roth: „Wir haben ein höheres Niveau erreicht“, sagte er nach dem Sieg gegen Kiel. Nicht nur das: Der MT-Trainer wies in der Pause beim Stand von 14:17 seine Schützlinge darauf hin, dass es nicht darum gehe, nur mitzuspielen. Es gehe um wichtige Punkte, sagte Roth. Solche Aussagen zeugen von einem neuen Selbstverständnis. Wenn in der Vergangenheit der THW zu Gast war, stand im Vordergrund, sich gut zu präsentieren und - ja: irgendwie mitzuspielen. Es ging im Grunde darum, die erwartete Niederlage in Grenzen zu halten.

Die Zeiten haben sich geändert. Seit dieser Saison ist es keine riesige Überraschung mehr, wenn die MT Melsungen einem Team aus den Top drei ein Bein stellt. Und dieses neue Selbstbewusstsein strahlen die Spieler und allen voran der Trainer aus.

Die neue Situation 

Ein Punkt noch - und die MT Melsungen ist zum zweiten Mal nach 2014 auf Europas Handball-Bühne vertreten. „Mit neun von zehn Fingern haben wir es geschafft“, kommentierte Torwart Johan Sjöstrand die neue Situation. Erste Chance, letzte Zweifel zu beseitigen, hat Melsungen am Samstag ab 19 Uhr in Wuppertal beim Bergischen HC. „Wir sind sehr gefestigt“, betonte Kapitän Michael Müller, „ich rechne nicht mit einem negativen Kiel-Effekt.“ Und zur Not können die Melsunger am letzten Spieltag zu Hause gegen Eisenach noch alles klarmachen. „Wir haben alles selbst in der Hand“, sagt der MT-Kapitän.

Die neue Begeisterung 

Was waren das für tolle Bilder am späten Sonntagnachmittag in der Kasseler Rothenbach-Halle? Die Zuschauer bringen stehend bereits Mitte der zweiten Hälfte Ovationen dar. Oder: Nach dem Spiel stimmen die Fans auf der Stehtribüne die Humba an - die Spieler tanzen, Maskottchen Henner, und irgendwie machen auch diejenigen mit, die ein gutes Stück entfernt ihren Platz haben. Die Rothenbach-Halle hat sich in dieser Saison zu einem Hexenkessel entwickelt. Auch diese neue Begeisterung macht Spaß wie nie.

Von Björn Mahr und Robin Lipke

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