Noch einmal beißen - dann ist die MT im EHF-Cup

Will wieder jubeln: Melsungens Hoffnungsträger, Regisseur Timm Schneider, ist eine vielversprechende Option gegen die offensive Deckung des Bergischen HC. Foto: Schachtschneider

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen spielt am Samstag ab 19 Uhr beim Bergischen HC. Die Nordhessen brauchen noch einen Punkt - dann starten sie nächste Saison im EHF-Cup.

Auf der Zielgeraden können die letzten Meter trotz großen Vorsprungs schon mal zur Qual werden. Wenn sich - aus der Nähe betrachtet - kurz vor dem Erreichen des Ziels dessen wahre Größe offenbart und ein zweifelndes Grübeln auslöst. Das will die MT Melsungen natürlich vermeiden. Und folgerichtig, wie Trainer Roth beschwört, bereits am vorletzten Spieltag „unbedingt alles klar machen“. In Zahlen: Holt der Handball-Bundesligist beim Bergischen HC (Sa. 19 Uhr, Uni-Halle Wuppertal) einen Punkt, ist er durch, ist ihm der vierte Platz und damit die Qualifikation für den Europapokal nicht mehr zu nehmen.

Motivation 

Eine Aussicht, die der MT noch mal Flügel verleihen sollte. Wobei sie sich auf einen ebenfalls hochmotivierten Gastgeber einstellen muss, auch wenn der längst gerettet ist. „Die werden noch mal richtig Gas geben“, weiß Regisseur Schneider. Für BC-Trainer Sebastian Hinze auch eine Charakterfrage: „Letztes Jahr haben wir nach dem vorzeitigen Klassenerhalt alle Spiele verloren. Das soll uns nicht noch mal passieren.“ Zumal Viktor Szilagyi, Denker und Lenker des Teams, der in der nächsten Saison Sportlicher Leiter des Vereins wird, nach vier Jahren bei den Bergischen einen würdigen Abschied vom eigenen Publikum verdient. Und der sich mit Sicherheit nochmal voll reinhängen wird.

Kiel-Effekt

Trotz alledem bleibt abzuwarten, welchen Effekt der 30:29-Erfolg gegen Kiel auf die Melsunger hat, ob sie nach diesem Coup nochmal vollste Fokussierung und Konzentration sprechen lassen können. Doch auch da hat Michael Roth vorgesorgt, verspricht im Falle des 21. Saisonsieges eine „entspannte Vorbereitung“ auf das letzte Spiel gegen Eisenach.

Personalien

Wir übertragen das Spiel gegen den Bergischen HC live im Radio. Zwischenstände erfahren Sie auch auf www.kassel-live.de

Personell kann der MT-Coach bis auf Michael Allendorf aus dem Vollen schöpfen. Und nicht nur das: Fast alle Spieler konnten in den letzten Partien noch mal zulegen. Michael Müller etwa, in der Schlussphase der Vater des Sieges gegen den Meister. Wozu auch Malte Schröder beitrug, der seinen Chef zuvor höchst verlässlich in der Abwehr vertrat, so dass der die entscheidenden Körner für den Endspurt parat hatte. Eine (erfolgreiche) Arbeitsteilung, die dem Melsunger Trainer auch in Wuppertal vorschwebt.

Taktische Herausforderung

Taktisch werden seine Mannen vor eine in der Bundesliga mittlerweile eher seltene Herausforderung einer äußerst offensiven 3:2:1-Deckung des BHC gestellt. Ein Fall für Timm Schneider, der zuletzt mehrfach für den formschwachen Patrik Fahlgren als Spielmacher effektvoll in die Bresche sprang? Der selbsternannte „Mann fürs Grobe“ weiß auf jeden Fall, wie es gehen könnte: „Möglichst den ersten Zweikampf gewinnen und dann den Raum zum Abschluss nutzen.“ Zu den Spezialitäten des Mittelmannes zählt ob seiner körperlichen Präsenz auch das Auflösen an den Kreis, wovon gegen den THW insbesondere Marino Maric profitierte. An Optionen mangelt es Michael Roth auch in der eigenen Defensive nicht, zumal sich Torwart Sjöstrand eindrucksvoll zurückmeldete. Es könnte als klappen mit dem zehnten Auswärtssieg. Und damit wären die Melsunger endgültig am Ziel.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.