Deutschland gegen Spanien

MT-Trainer Roth zum EM-Finale: „Noch größerer Nervenkitzel“

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Sie wollen am Sonntag im Finale wieder jubeln: So wie der Deutsche Kai Häfner (rechts) nach dem entscheidenden 34:33 gegen Norwegen im Halbfinale.

Kassel. Der EM-Traum der deutschen Handballer steht kurz vor der Krönung: Im Finale am Sonntag (17.30 Uhr/ARD) in Krakau wartet nun Spanien.

Gemeinsam mit Michael Roth, Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, der als Aktiver mit dem Nationalteam 1984 Olympia-Silber gewann, blicken wir noch einmal zurück auf das verrückte Halbfinale gegen Norwegen und das anstehende Endspiel. Michael Roth über...

...die Gründe des deutschen Final-Einzugs:

„Der Faktor Torhüter hat in der zweiten Halbzeit gegen Norwegen nicht mehr so gegriffen. Aber es war toll, wie die Mannschaft die Ruhe bewahrt hat. In den richtigen Momenten haben die Deutschen mit guten Einzelaktionen überzeugt: Julius Kühn, Rune Dahmke und Kai Häfner am Ende – ihre Aktionen warem es, die den Ausschlag gegeben haben. Nicht zu vergessen: Die gute Schiedsrichterleistung.“

... die Final-Chancen der Deutschen:

Begeistert von der deutschen Nationalmannschaft: Michael Roth

„Es wird eng. Die Erfahrung der Spanier könnte ein leichter Vorteil sein. Sie sind über das gesamte Turnier gesehen die konstanteste Mannschaft. Aber ich hoffe, dass unsere Mannschaft das mit ihrem jugendlichen Wahnsinn ausgleichen kann. Wenn sie scheitert, dann an der Erfahrung der Spanier. Aber die Jungs haben das Selbstvertrauen und glauben fest an den Erfolg. Alles ist möglich. Ich freue mich auf ein super Spiel.“

... den Weg, die Spanier zu schlagen:

„Die Spanier spielen sehr körperbetont. Dagegen können die Deutschen richtig gut verteidigen. Es wird darum gehen, schnelle Tore zu machen und zu Gegenstoßtoren zu kommen. Entscheidend wird auch sein, dass sie den Torhüter Arpad Strebik nicht warmwerfen. Denn er kann den Unterschied machen.“

... ein EM-Finale:

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„Ein Endspiel ist noch ein größerer Nervenkitzel. Man bekommt noch mehr Aufmerksamkeit. Ein EM-Finale ist sogar fast noch höher zu bewerten als ein WM-Finale, weil die Leistungsdichte bei einer EM unglaublich hoch ist. Und der Europameister qualifiziert sich direkt für die Olympischen Spiele in Rio. Es wäre natürlich klasse, sollten die Jungs das schaffen. Mit solch einem Erfolg steigt der Erwartungsdruck. Aber wir brauchen keine Angst haben. Nach dieser EM gehören die Deutschen wieder zur Weltspitze.“

... die Leistung der deutschen Nationalmannschaft bisher:

„Es ist toll, dass der Handball mal wieder so im Fokus steht und zu sehen, wie viele sich für die Sportart begeistern. Die Kunst war, das Potenzial des deutschen Teams abzurufen. Das macht der Bundestrainer Dagur Sigurdsson hervorragend. Der Bundestrainer-Wechsel hat sich ausgezahlt. Es ist ein Konzept zu erkennen, er trifft mutige Entscheidungen, die werden belohnt. Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung. Der bisherige Turnierverlauf zeigt: Die Leistung der Deutschen ist keine Eintagsfliege.“

...die Melsunger Johannes Sellin (Deutschland) und Marino Maric, der mit Kroatien gegen Norwegen um Platz drei spielt (15 Uhr/ARD):

„Wir stehen per Whatsapp in Kontakt. Eine EM-Medaille, die Johannes ja sicher hat, wird ihn beflügeln. Die Erfahrung, ein solches Turnier mitzuerleben, ist lehrreich, auch, wenn er bislang nicht so viel gespielt hat. Am Montag schauen wir, wann sie wieder zur Mannschaft stoßen. Aber klar ist: Sie werden auf jeden Fall ein Kabinenfest geben müssen.“

... den Ort, an dem er das Finale verfolgt:

„Wir werden alle gemeinsam beim Public Viewing in Groß-Umstadt das Finale verfolgen.“

Hintergrund

Die Melsunger nehmen am Neujahrsturnier in Groß-Umstadt teil. Ab 14.30 Uhr treffen sie auf den Drittligisten TV Großwallstadt. Das zweite Spiel bestreiten Bundesligist HSG Wetzlar und TV Groß-Umstadt. Die Spielzeiten wurden verkürzt, das Finale wird ab 16.45 Uhr ausgetragen. Ab 17.30 Uhr verfolgen dann alle gemeinsam das EM-Finale.

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