Nach Kantersieg: Bei der MT platzt der Knoten

Keine Angst vor den Älteren: MT-Youngster Johannes Golla (rechts) behauptet sich gegen Stuttgarts Felix Lobedank. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Nach dem 37:25-Kantersieg gegen Stuttgart: Fünf Gründe, warum es bei den Melsunger Bundesliga-Handballern so gut lief.

Es geht doch. Beim 37:25-Sieg gegen TVB Stuttgart hat Bundesligist MT Melsungen erstmals in dieser Saison gezeigt, zu welch atemberaubenden Handball er fähig ist. „Bei uns ist der Knoten geplatzt“, sagte Abwehrstratege Philipp Müller nach der Partie. Hier sind fünf Gründe, die belegen, warum es bei der MT dieses Mal so gut lief:

1.Die Hintermannschaft: Wie die Melsunger den eigenen Kasten verteidigten, zeugte von großer Leidenschaft. „Die Abwehr stand so gut, wie sie es so oft in der letzten Saison tat“, lobte Torhüter Johan Sjöstrand seine Vorderleute und spielte nicht nur auf viele geblockte Bälle an. Felix Danner, Kapitän Michael Müller, dessen Bruder Philipp und Nenad Vuckovic machten sofort den Schritt nach vorn, wenn ein Stuttgarter Angreifer zu nah an den Kreis kam. Zudem bestätigte Sjöstrand seine gute Verfassung. Spektakulär etwa seine Doppelparade in der 22. Minute, als er zunächst gegen Dominik Weiß und dann gegen Teo Coric klärte.

2.Die personifizierte Tormaschine: Ja, die MT ist wieder mit einem Spieler ganz weit vorn in der Torschützenliste vertreten. Johannes Sellin (55 Treffer) katapultierte sich mit seinen 16 Toren an die zweite Position hinter dem Wetzlarer Philipp Weber (60) - und erinnerte an Gala-Auftritte seines Vorgängers Savas Karipidis. Der Grieche warf im November 2008 15 Treffer gegen Dormagen und holte sich in dieser Serie sogar die Krone des besten Schützen. „Mir haben einige Kollegen aus der Liga per Whatsapp gratuliert“, berichtete Sellin am Montag. Mit dieser Leistung macht er sich für andere Klubs interessant. Sellins Vertrag bei der MT wird nicht verlängert, er wird durch Tobias Reichmann ersetzt.

3.Der Youngster: Gegen die Rhein-Neckar Löwen und gegen Gummersbach ließ Johannes Golla bereits sein Können aufblitzen. Nun lief’s bei Melsungens Youngster ab der ersten Sekunde nach seiner Einwechslung. Erster Ballkontakt - gleich ein Tor. „Ich habe mich unter der Woche im Training richtig reingekniet. Dafür bin ich belohnt worden“, sagt der 18-Jährige. Der Kreisläufer steuerte nicht nur drei Tore zum Kantersieg bei, er machte auch in der Abwehr eine richtig gute Figur. „Die Stimmung in der Halle war klasse. Da macht es einfach Spaß. Alle waren in einem Fluss - und ich wurde direkt mitgetragen.“ Das anschließende Lob von Trainer Michael Roth hatte sich Golla verdient.

4.Die Spielfreude: MT-Manager Axel Geerken hatte in einem Interview dieser Zeitung gesagt, dass er bei einigen Spielern den Spaß vermisse. Ob diese Kritik im Vorfeld des Spiels zusätzlich etwas bewirkt hat, wissen wir nicht. Jedenfalls strotzten die Melsunger gegen Stuttgart vor Spielfreude. „Wir haben nicht nachgelassen und wollten immer weiter“, freute sich Roth. Was dem MT-Trainer besonders gefiel: Auch der Positionsangriff - sonst eher nicht die Stärke der MT - sei sehr gut organisiert gewesen. Tatsächlich legten die Melsunger ein irres Tempo an den Tag, sodass die Stuttgarter Deckung meist einen Schritt zu spät kam.

5.Das Publikum: Wer eine Stunde vor Beginn an der Kasseler Rothenbach-Halle ankam, staunte nicht schlecht. Die Schlange an der Tageskasse ging praktisch bis zum Bratwürstchenstand. 641 Besucher nutzten das Angebot, mit der HNA-Abobonus-Card zu deutlich vergünstigten Konditionen die Partie gegen Stuttgart zu sehen. Die MT-Mitarbeiter Ingrid Denk, Marc und Silke Schütz sowie Markus Groß schafften es, dass alle 4018 Zuschauer zu Beginn ihren Platz eingenommen hatten und das Team vom Anwurf weg lautstark nach vorn trieben.

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