Niederlage trotz Verbesserung

MT Melsungen verliert 26:30 gegen die Rhein-Neckar Löwen

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Der Melsunger Johannes Sellin beim Sprungwurf

Kassel. Kassel. Es kam, wie es offensichtlich kommen musste: Das, was der MT Melsungen gegen die beiden Aufsteiger nicht gelang, ging auch gegen den Meister schief.

Das „Unternehmen erster Saisonsieg“ nämlich, auf den der heimische Handball-Bundesligist nach der dritten Niederlage im dritten Spiel, dem 26:30 (12:14) gegen die Rhein-Neckar Löwen, weiter warten muss. 

Die nächste Gelegenheit, den Bann zu brechen, hat das Roth-Team bereits am Samstag gegen den VfL Gummersbach. In dieses wegweisende Spiel geht der letztjährige Tabellenvierte immerhin mit der etwas Selbstbewusstsein stiftenden Erkenntnis, das er dem hohen Favoriten lange Zeit Paroli bot.

„Klare Signale und die Bereitschaft, den Schalter umzulegen“ wollte Michael Roth von seinen Schützlingen sehen. Der MT-Trainer sah sie sofort. Besonders in der Abwehr. Die stand von der ersten Sekunde an äußerst kompakt, wobei jeder Melsunger im 6:0-Verbund aufopferungsvoll für seinen Nebenmann mitarbeitete. Der Effekt blieb nicht aus: Der Favorit zeigte sich beeindruckt, sein befürchtetes Kombinationsspiel kam nur schleppend auf Touren.

So kompensierten die Gastgeber eigene Schwächen im Positionsangriff – und entdeckten früh den Tempogegenstoß durch Timm Schneider, der mit zwei „leichten“ Toren in Folge zum 4:4 ausglich (9.). Es bahnte sich ein Gleichgewicht der Kräfte auf hohem kämpferischen Niveau an, ehe sich der Ex-MTer Mikael Appelgren steigerte und dabei klarste Chancen von Felix Danner und Johannes Sellin zunichte machte. Nach dem 6:9 durch einen von Gudjon Sigurdsson verwandelten Siebenmeter (18.) drohten die Löwen davon zu ziehen.

Doch die Melsunger ließen sich nicht abschütteln und belohnten ihre weiterhin überragende Defensivarbeit mit Sellins Anschlusstreffer zum 8:9 (19.). In Unterzahl, denn zuvor hatte Philipp Müller nach einem harmlosen Zweikampf mit Alexander Petersson die „Rote Karte“ gesehen. Der Auftakt für ein Zeitstrafen-Intermezzo der Schiedsrichter, ehe wieder „richtig“ Handball gespielt wurde. Und die Gäste dann doch die Bremse im Angriff lösten, worauf Michael Müller und Patrik Fahlgren indes die passende Antwort hatten - und ihr Team im Spiel hielten.

Das gegen die 5:1-Deckung nach dem Wechsel zunächst wesentlich besser zurecht kam als vor der Pause gegen die gegnerische 6:0-Formation. Allerdings ging (ohne Ph. Müller) etwas die Kompaktheit der eigenen Defensive verloren, zumal die Torhüter Villadsen und Verkic (ab 33.) sich nur selten auszeichnen konnten.

So drohte der Meister mehrfach davon zu ziehen. Etwa beim 15:20 (durch drei Tore in Folge von Reinkind, Schmid und Groetzki), ehe Momir Rnic mit zwei Treffern konterte (42.). Auf den Serben war auch nach Pekelers Treffer zum 18:22 (44.) Verlass. Folgerichtig blieb die Mannschaft von Nikolaj Jacobson vorn, ohne sich absetzen zu können. Bis der eingewechselte Andreas Palicka Sellins vierten Strafwurf entschärfte und es Linksaußen Sigurdsson im Gegenzug besser machte - 20:25 (51.).

Dass auch noch Olympionike Pekeler die Rote Karte sah (54.), hatte nur noch statistischen Wert. Offenbarte aber, dass dieses rasante Kampfspiel eine bessere Schiedsrichterleistung verdient gehabt hätte.

Statistik:

MT Melsungen: -

Rhein-Neckar-Löwen: 26:30 (12:14)

Melsungen: Verkic (ab 33. 14 Gegentore/4 Paraden), Villadsen (16/6) - Sellin 4/3, Golla 3, Fahlgren 3, Danner, Ph. Müller, Boomhouwer, Rnic 7, Schneider 2, Allendorf 1, Vuckovic, M. Müller 6, Haenen

RN-Löwen: Appelgren (17/13), Palicka (ab 41. 9/3; Schmid 7/1, Sigurdsson 5/2, Manaskov, Baena Gonzalez, Larsen 2, Pekeler 2, Groetzki 3, Reinkind 3, Guadiola Villaplan, Petersson 3, Ekdahl du Rietz 4, Steinhauser, Abt.

SR: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen). – Z: 4158.

Siebenmeter: 4/3 : 4/3. – Zeitstrafen: 8:10-Minuten

Rote Karte: Ph. Müller (19.), Pekeler (54.).

Spielstände: 4:4 (9.), 6:9 (18.), 10:13 (28.), 15:20 (40.), 20:25 (50.

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