20:23-Niederlage

Nach indiskutabler erster Hälfte in Leipzig: Schon die fünfte MT-Pleite

An ihm lag es nicht: Melsungens Torwart Johan Sjöstrand (rechts) pariert hier gegen Leipzigs Lukas Binder. Links: Die MT-Profis Momir Rnic und Johannes Sellin. Fotos: Modla

Leipzig. Wieder ein herber Rückschlag für die MT: Die Melsunger Bundesliga-Handballer haben den positiven Trend nach dem Heimsieg über Göppingen nicht bestätigen können und mit der 20:23 (10:15)-Pleite vor 3582 Zuschauern beim SC DHfK Leipzig bereits die fünfte Niederlage in dieser Serie erlitten. Erschreckend war vor allem die Vorstellung der Nordhessen im ersten Abschnitt.

Es sagt viel über die Leistung der Melsunger aus, wenn...

• ... das erste Rechtshänder-Tor der MT in der 30. Minute fällt: Die ersten acht Treffer der Nordhessen verteilten sich auf den durchaus überzeugenden Johannes Sellin (6), Neuzugang Dener Jaanimaa und Kapitän Michael Müller – und das sind? Allesamt Linkshänder. Dann traf zumindest Nenad Vuckovic zweimal. Dabei war es nicht so, dass die Nordhessen die linke Angriffsseite vernachlässigt hätten. Doch von diesen Positionen vergaben die Schützen ihre Möglichkeiten absolut kläglich. Michael Allendorf setzte gegen den starken Torhüter Milos Putera einen Siebenmeter an die Latte, und Momir Rnic wuchtete das Leder gar neben das SC-Gehäuse. Oft war es aber auch einfach so, dass die Melsunger die Bälle leichtfertig herschenkten. „Wir hatten unglaublich viele technische Fehler“, sagte Sellin gefrustet, „diese katastrophale Vorstellung in der ersten Halbzeit ist nicht zu erklären.“

• ... der Trainer der Nordhessen schon nach 25 Minuten die zweite Auszeit beantragt hat: Bevor Leipzigs Coach Christian Prokop zum ersten Mal die Grüne Karte zückte, hatte Gegenüber Michael Roth bereits zwei der insgesamt drei möglichen Auszeiten genommen: in der 15. und 25. Minute. Wirklich um sich versammelt hatte er seine Spieler jedoch nur einmal. Die andere Pause sah so aus: Roth sagte schnell etwas und verließ dann wieder den Kreis. „Drei Worte reichen manchmal“, betonte der Coach. Welche das waren, sagte er nicht. Zwar verkürzten seine Schützlinge anschließend den Rückstand von 6:13 auf 9:14, in der Kabine wurde er dennoch laut: „Einige Spieler haben nicht begriffen, dass man in unserer Situation mehr machen muss.“

• ... der lange verletzte Torwart Johan Sjöstrand der beste Spieler der Gäste ist: Sellin auf rechtsaußen und Vuckovic auf der Mitte hatten einigen Anteil daran, dass die Partie nicht frühzeitig verloren war. Der Protagonist der Melsunger Aufholjagd war aber Schlussmann Sjöstrand. Zusammen mit einer nach dem Wiederanpfiff deutlich verbesserten Deckung brachte der Schwede den Kontrahenten zusehends ins Grübeln. Die Folge: ein 9:3-Lauf der MT zum 19:19 (55.). Einzig Europameister Niclas Pieczkowski, gerade erst nach Verletzung ins Team der Sachsen zurückgekehrt, überlistete den Skandinavier aus dem Rückraum. „Es hätte für uns reichen müssen, wenn Johan 20 Würfe pariert“, beklagte Routinier Vuckovic die fehlende Abgeklärtheit der Offensivabteilung in den letzten Minuten.

• ... Michael Roth hart mit einzelnen Akteuren ins Gericht geht: „Bei einigen meiner Jungs klafft eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Sie müssen sich jetzt hinterfragen“, betonte der Trainer. Michael Allendorf und Momir Rnic bekamen ebenso ihr Fett weg wie Kapitän Müller und Timm Schneider. Müller leistete sich die eine oder andere Undiszipliniertheit, und Schneider musste kurz nach seiner Einwechslung Mitte des zweiten Abschnitts schon wieder runter vom Feld. Nach Foul an Roman Becvar sah der frühere Lemgoer die Rote Karte (46.). „Wir müssen jetzt die Zügel anziehen“, betonte Roth. Kommenden Sonntag geht es in Kassel gegen den TVB Stuttgart.

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