Melsunger feiern mit 30:24 gegen Minden vierten Pflichtspielerfolg in Serie – ein Dankeschön an die Fans

Ein Sieg für die rote Wand

Schau’ mir in die Augen, Großer: Melsungens starker Philipp Müller (links) im Duell mit Mindens Miladin Kozlina. Foto: Fischer

Kassel. Die Geschichte zum 30:24 (16:14)-Heimerfolg der Melsunger Handballer in der Bundesliga gegen GWD Minden begann nicht am Samstag, kurz nach 19 Uhr, in der Kasseler Rothenbach-Halle. Sondern 72 Stunden zuvor. In Minden. Beim Pokal-Achtelfinale.

Denn: Als die MT-Verantwortlichen und -Spieler am Mittwoch dort den Boden betraten, blickten sie etwas verdutzt auf eine Tribünenseite. Es waren insgesamt nur 955 Zuschauer in der Kampa-Halle, darunter aber allein 100 Melsunger Anhänger. „Diese rote Wand an einem Mittwochabend – ich habe gedacht, was ist denn hier los?“, sagte Trainer Michael Roth. Daraus entstand die Idee des MT-Teams, das zweite Kräftemessen mit den Ostwestfalen drei Tage später zu einem Spiel für die eigenen Fans zu erklären – und das wurde es dann auch.

Die Sturm- und Drangphase

16 Treffer in einer Halbzeit – eine durchaus respektable Beute, die die Melsunger vorweisen konnten. „Es ist gut gelaufen“, stellte Rückraumstratege Philipp Müller zufrieden fest. Bezeichnend die Szene aus der siebten Minute: Zwar wurde der Wurf von Momir Rnic abgeblockt, den Abpraller verwertete aber Linksaußen Michael Allendorf vor 3846 Zuschauern gekonnt zum 4:3.

Die SCHWIERIGE Phase

Nach 40 Minuten war der Ausgang der Partie völlig offen. Die Gäste hatten sogar wieder ausgeglichen. Es wäre nicht überraschend gewesen, wenn die Melsunger nach dem 0:2 (3.) zu Beginn erneut in Rückstand geraten wären – so wie sie teilweise ihre Konter abschlossen: Johannes Sellin an die Latte (41.), Nenad Vuckovic über den Querbalken (48.). Umso bemerkenswerter, wie das Publikum auf die Fehlversuche reagierte. Die Fans skandierten: „Melsungen, Melsungen.“

Die entscheidende Phase

„Wir haben die Ruhe bewahrt“, lobte Roth seine Mannschaft, „und wir haben die Qualität, noch einmal zuzulegen.“ 24:23 stand es in der 49. Minute. Der Treffer des agilen Mindeners Sören Südmeier sollte für lange Zeit das letzte Mindener Tor bleiben. Denn danach ließ die Hintermannschaft der MT um den einmal mehr gut disponierten Torwart Johan Sjöstrand sowie den beiden Mittelblockern Philipp Müller und Felix Danner erst mal gar nichts mehr zu. Die Ballgewinne nutzten Kapitän Michael Müller (2), Sellin (2) und Allendorf (3), um eine 30:23-Führung herauszuwerfen. Was Philipp Müller zu folgender Erkenntnis trieb: „Bei uns ist die Selbstverständlichkeit zurückgekehrt.“ Das 30:24 gegen Minden war der vierte Pflichtspielsieg der Nordhessen in Folge.

Die Motoren der Phasen

Was Allendorf und Philipp Müller boten, war aller Ehren wert. Der Außen markierte viele wichtige Tore, sein Nebenmann auf der linken Seite war indes einer der Motoren im MT-Spiel. Klasse, wie Müller den Tempogegenstoß-Treffer von Danner (6:3, 9.) einleitete. Clever, wie Müller nach einem Torwurf des GWD-Schützen Christoffer Rambo nicht lange zauderte, sofort das taktische Mittel der Schnellen Mitte nutzte und zum 10:7 erfolgreich war. Fast hätten die beiden besten Melsunger noch ein Traumtor markiert. Nach einem präzisen Ball Müllers fast über das komplette Feld traf Allendorf nur die Latte (9.).

Die Jubelphase

Noch lange nach dem Spiel genoss Philipp Müller sichtlich das Bad in der Menge und schrieb fleißig Autogramme. „Die Stimmung war wieder der Wahnsinn“, sprudelte es aus dem 32-Jährigen nur so heraus – und fühlte sich bestätigt, ein Spiel für die Fans auszurufen.

Von Björn Mahr

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