Partie findet am Samstag statt

Vor dem Spiel gegen den Bergischen HC: MT-Gegner hat einen Lauf

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Klassenerhalt geschafft: BHC-Trainer Sebastian Hinze.

Kassel. Ein Punkt - und die MT Melsungen ist im Europapokal. Am Samstag kann der Handball-Bundesligist alles klarmachen. Allerdings steht das Roth-Team beim Bergischen HC vor einer schweren Aufgabe.

Wenn aktuell in der Handball-Bundesliga das Prädikat „Mannschaft der Stunde“ vergeben würde, wäre der Bergische HC ein ganz seriöser Anwärter. Denn: Die Mannschaft gewann die letzten vier Partien, holte aus den letzten acht Spielen 12:4-Punkte und schaffte so schon nach 30 Spieltagen den Klassenerhalt - so früh wie noch nie im dritten Erstliga-Jahr, in dem den Bergischen vor dem letzten Heimspiel gegen die MT Melsungen (Sa. 19 Uhr, Uni-Halle Wuppertal) die beste Bundesliga-Platzierung überhaupt winkt. Und das, nachdem die Mannschaft in der Hinrunde schon als sicherer Abstiegskandidat galt. Sechs Gründe für den Aufschwung beim aktuellen Tabellenzwölften:

1.Personelle Situation: Das Verletzungspech begann schon vor der Vorbereitung, bei der Viktor Szilagyi komplett passen musste. Und auch nach der verspäteten Rückkehr des Spielmachers lief‘s nicht unbedingt rund, weil der sich weiterhin mit Achillessehnenproblemen herumschlug. Und weil weitere Leistungsträger (Kristian Nippes, Maximilian Herrmann, Alexander Herrmann, Milos Dragas) zu seinen Leidensgenossen zählten. Erst mit der vollständigen Gesundung des ehemaligen Flensburgers gelang die Wende, getragen auch vom ebenfalls wieder genesenen Alexander Herrmann, der verlässlich aus der zweiten Reihe traf.

2.Wintereinkauf: Maciej Majdzinski war nach dem Rückzug des HSV Hamburg zu haben, und die Bergischen griffen zu. Was sie nicht bereut haben dürften, denn der 20-Jährige wurde stetig besser und wichtiger für die Mannschaft. Beim 31:26-Sieg in Balingen stand der Linkshänder erstmals 60 Minuten auf der Platte. „Herausragend“ fand Regisseur Szilagyi dessen Leistung, nicht nur wegen der sechs Tore des Polen.

3.Offensive Deckung: Eine offensive 3:2:1-Deckung setzt ein blindes Verständnis der Abwehrspieler voraus. Genau daran haperte es in der Hinrunde beim Bergischen HC. Mittlerweile greift wieder ein Rädchen ins andere, werden die Angriffe des Gegners ob großen Drucks in der Mitte auf Außen verlagert, von wo Torwart Gustavsson kaum zu bezwingen ist. Dazu gesellt sich bei Ballgewinnen das schnelle Umschaltspiel, was über die wieselflinken Außen Hoße und Gunnarsson zahlreiche „leichte“ Tore zur Folge hat.

4.Zusätzlicher Feldspieler: Unterzahl im Handball muss kein Nachteil sein, wenn sie so konsequent wie beim Bergischen HC durch einen zusätzlichen Feldspieler kompensiert wird. Und der das Risiko des fehlenden Torwarts durch ein sicheres und effektives Aufbauspiel zu minimieren weiß.

5.Final-Four-Teilnahme: Für reichlich mentalen Rückenwind hat die erstmalige Teilnahme des BHC am Final-Four im DHB-Pokal gesorgt. Erst nach Verlängerung musste sich der Außenseiter im Halbfinale mit 33:36 dem späteren Pokalsieger Magdeburg beugen - und hat seitdem in der Bundesliga nicht mehr verloren.

6.Kontinuität: Trotz Durststrecke stand Sebastian Hinze nie zur Disposition. Während die meisten Konkurrenten ihr Glück in einem Trainerwechsel suchten, konnte der BHC-Coach ruhig weiterarbeiten. Klar, die Verantwortlichen wussten, was sie an dem 37-Jährigen haben. Schließlich hatte er die Mannschaft 2013 ins Oberhaus geführt und dort mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln etabliert. Dazu passt auch die personelle Kontinuität, sodass der ehemalige Bundesliga-Spieler auf einen gewachsenen und eingespielten Kader zurückgreifen kann. Was sich besonders in Krisenzeiten bezahlt macht.

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