Mit breiter Brust zu den Löwen

MT tankt in Lemgo Selbstvertrauen für Pokalspiel in Mannheim

Du kommst hier nicht durch: Melsungens Abwehrstratege Felix Danner (rechts) macht sich am Sonntag in Lemgo gegen den Ex-Kollegen Jonathan Stenbäcken groß und breit. Foto:  Cohen

Lemgo/Kassel. Mit dem Sieg in Berlin zum Auftakt in die Restrunde hatte die MT Melsungen bereits ein Ausrufezeichen gesetzt. Das ist jetzt noch dicker geworden.

Beim ungefährdeten 31:22 (16:8) in Lemgo am Sonntag demonstrierte der heimische Handball-Bundesligist eine beeindruckende Stärke. Oder wie es TBV-Trainer Florian Kehrmann ausdrückte: „Die MT war eine Nummer zu groß für uns.“ Diese Aussage ist insofern bemerkenswert, weil die Melsunger im Vorfeld der Partie eher kleinere Brötchen gebacken hatten.

Von daher kommt das Fazit von Felix Danner nicht überraschend: „Dass es so klar wird – damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt der Kreisläufer. Vor allem die Abwehr mit dem erneut bärenstarken Johan Sjöstrand im Tor zog dem Lemgoer Angriff den Zahn. Im Verlauf der ersten Halbzeit, als die MT auf 15:6 davoneilte, prallte gefühlt jeder zweite Wurfversuch des TBV an der nordhessischen Deckung ab. An Danner, Marino Maric, Timm Schneider oder den Müller-Zwillingen kam kein Ball vorbei.

Logisch, dass der Trainer da nichts zu meckern hat. „Die Jungs haben das nahezu perfekt umgesetzt“, sagt Michael Roth. Tatsächlich wirkt die Melsunger Deckung stärker denn je. Eine Erklärung liefert Danner. Während der EM-Pause seien alle Abwehrspieler an Bord gewesen, „wir haben sehr gut trainiert und unsere Systeme weiterentwickelt“, sagt der 30-Jährige. Wie schon in Berlin legte die Abwehr auch in Lemgo den Grundstein für den Sieg und ebnete den Weg für Tempogegenstöße und leichte Tore – Nutznießer: Johannes Sellin. Mit seinen elf Treffern im ersten Durchgang feierte der Europameister seine eigene Gala.

Überdies haben gelungene Abwehraktionen einen positiven Nebeneffekt. Danner erklärt: „Mit jedem Block und mit jeder Parade wächst das Selbstvertrauen.“ Gleichzeitig wächst beim Gegner die Unsicherheit. Vor 4790 Zuschauern in der ausverkauften Lipperlandhalle, darunter 120 MT-Fans, bekamen die Hausherren nach einer knappen Viertelstunde nichts Brauchbares mehr auf die Platte. Die Gäste hingegen zogen zur 16:8-Pausenführung davon.

Dank des Vorsprungs und der klaren Überlegenheit freut sich Roth, „dass wir in Lemgo Kräfte und vor allem Nerven geschont haben“. Der Blick des MT-Trainers richtet sich bereits auf die anstehende Aufgabe, und die hat es in sich. Am Mittwoch gastiert Melsungen ab 19 Uhr in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen – das Wiederholungsspiel im Viertelfinale des DHB-Pokals steht auf dem Programm. „Da fahren wir mit breiter Brust hin“, sagt Danner selbstbewusst.

Am Montag ging es für die Spieler vor allem darum, sich zu regenerieren. Trainer Roth hatte leichte Fitnessübungen vorgesehen. Ab heute beginnt dann die gezielte Vorbereitung auf den Pokalknaller in Mannheim. Fest steht bereits: Nach zwei Auswärtssiegen zum Start sollte es an Selbstvertrauen nicht mangeln.

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