Sonntag gegen Ex-Klub Lemgo

Timm Schneider ist angekommen: Handballer fühlt sich bei der MT pudelwohl

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Mitte Februar 2016: Die Wohnung von Timm Schneider und seiner Frau Mona in Kassel-Wilhelmshöhe ist inzwischen eingerichtet. Rhodesian Ridgeback Tara gehört ebenfalls zur Familie.

Kassel. Es ist gar nicht lange her, da herrschte in der Wohnung von Timm Schneider eine trostlose Atmosphäre. Seit vergangenem Sommer, als der Handballer aus Lemgo zum heimischen Bundesligisten MT Melsungen wechselte, hat sich aber einiges getan in dem Domizil in Kassel-Wilhelmshöhe.

Möbel, Blumen, Dekoration – Ehefrau Mona hat hier offensichtlich Hand angelegt. Zudem springt Ridgeback Tara aufgeregt im Wohnzimmer umher. Familie Schneider ist komplett. „Wir fühlen uns hier richtig wohl“, sagt der MT-Handballer.

Keine Frage, der 27-Jährige ist angekommen in Nordhessen, und das in doppelter Hinsicht. Denn erstens stimmt das private Umfeld. Ehefrau Mona hat einen Job im Herzkatheter-Labor des Diakonissen-Krankenhauses gefunden, und Vierbeiner Tara kann sich im Bergpark bestens austoben. Bei so viel Grün in der Nähe schlägt jedes Hundeherz höher.

Und dann gibt es natürlich die zweite, die sportliche Seite. Im Verlauf der Hinrunde ist Schneider immer besser in Fahrt gekommen. Nach und nach hat er sich in das Team von MT-Trainer Michael Roth eingefunden. Schneider sagt: „Ich kenne jetzt meine Position. Ich weiß, wo ich hingehöre.“ Und das ist vorzugsweise in der Deckung auf halblinks und im Angriff auf der Mitte im Rückraum. Überdies tauchte der 1,96 Meter große Hüne mal als Kreisläufer auf, mal im linken Rückraum, mal in der Abwehr auf links oder im Mittelbock. Schneider kann fast überall – und das macht ihn so wertvoll für die MT.

Ende Juli 2015: Timm Schneider allein zu Hause – ohne Möbel und ohne Familie.

An dieser Universalität ist Papa Schneider nicht ganz unschuldig. „Mein Vater hat uns in der Jugend trainiert und darauf geachtet, dass wir jede Position kennenlernen“, sagt der Handballprofi, der einen großen Anteil daran hat, dass die MT in der Bundesliga-Tabelle so prächtig dasteht. Über seinen persönlichen Werdegang habe er sich vorab keine Gedanken gemacht. „Ich versuche, mich zu integrieren. Der Rest läuft dann von allein“, sagt Schneider. Ruhig bleiben – das ist das oberste Gebot des Mannes, der mit seinen breiten Schultern locker als American-Football-Spieler durchgehen würde.

In der Abwehr legt er jede Zurückhaltung ab. Schneider packt zu. Auch am vergangenen Sonntag beim Sieg in Berlin – und damit handelte er sich eine Rote Karte ein. Kurios: Nach der Attacke gegen Petar Nenadic wurde zuerst MT-Kollege Philipp Müller des Feldes verwiesen. „Na ja“, erinnert sich Schneider, „ich war ohnehin gesundheitlich angeschlagen, also hab ich gesagt, dass ich es war.“ Die Schiedsrichter änderten ihre Entscheidung, und Schneider musste zugucken. Aber ist ja alles gut gegangen.

Am Sonntag ab 17.15 Uhr beim TBV Lemgo (wir übertragen das Spiel live auf Radio HNA) wollen Schneider und Co. den guten Start bestätigen. Vom Lemgoer Team habe er nur noch Kontakt zu Patrick Zieker, sagt Schneider. Er freue sich auf die „Stimmung in der Lipperlandhalle“ und viele bekannte Gesichter. Zum ersten Mal kehrt er zurück nach Ostwestfalen. Logisch, dass Schneider das sagt: „Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich.“

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