Niederlage gegen Göppingen: MT muss um Europacup-Teilnahme zittern

Kassel. Im Kampf um den fünften Tabellenplatz musste die MT Melsungen im Heimspiel der Handball-Bundesliga eine bittere 27:32 (14:15)-Niederlage hinnehmen.

Damit haben die Melsunger schlechte Karten, nächstes Jahr im Europapokal zu spielen. Denn nur der Fünfte ist sicher dabei - und diesen Rang verteidigte Göppingen mit Glück und Geschick - ein Schnellcheck zum Spiel.

Wie war das Spiel? 

Die Melsunger fanden eigentlich recht früh ihren Rhythmus und erarbeiteten sich die erhofften Konterchancen. Aus ihren Möglichkeiten machten sie etwas zu wenig. Dennoch gelang es dem Team von Trainer Michael Roth, einen Drei-Tore-Vorsprung herauszuwerfen (11:8). Allerdings lief es dann vorübergehend nicht nach Plan. Ehe sich die Nordhessen versahen, lagen sie auf einmal mit 13:15 zurück. Und nach dem Wechsel drohten schnell, alle Felle davon zu schwimmen. Mit den stärker werdenden Tim Kneule und Michael Kraus setzte sich Göppingen, das ab der 32. Minute ohne Flix Lobedank (Rote Karte nach Foul an Nenad Vuckovic - auf 23:18 ab (41.). Eine Vorentscheidung? Mitnichten. Melsungen verkürzte durch den überragenden Momir Rnic auf 22:24. Da Christian Hildebrand wenig später auf 26:27 stellte, war die Partie wieder komplett offen (50.). Die MT hatte danach Ballbesitz und damit die Gelegenheit zu egalisieren. Doch der Treffer fiel nicht. So übernahm Frisch Auf wieder die Regie - und bejubelte kurz darauf einen wichtigen Auswärtssieg.

MT Melsungen gegen Göppingen

War das Ergebnis gerecht?

Durchaus, weil die Gäste ihre Stärken besser zur Geltung brachten als die Hausherren. Melsungen leistete sich insgesamt zu viele Fehler.

Welcher Spieler war im Blickpunkt?

MT-Rückraumschütze Momir Rnic. Gegen seine Ex-Mannschaft warf er von Beginn an seine ganze Kampfkraft in die Waagschale und zeichnete sich als gefährlicher Angreifer aus. Und: Er durfte die Siebenmeter werfen, nachdem Johannes Sellin vom ominösen Punkt in der Anfangsphase vergeben hatte. Diese Aufgabe, für die er bisweilen auch in Göppingen verantwortlich gewesen war, meisterte er souverän.

Gab es einen Aufreger?

Mehrere, weil die Schiedsrichter Robert Schulze und Tobias Tönnies aus Magdeburg zumindest in einigen Situationen mit zweierlei Maß gemessen hatten. Im ersten Durchgang entschieden sie elfmal auf Siebenmeter: fünfmal für Melsungen, sechsmal für die Schwaben. Den einen oder anderen Strafwurf hätte die MT durchaus noch zugesprochen bekommen dürfen. Da dies aber nicht geschah, bedachten die Zuschauer die Unparteiischen früh mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Wie war die Stimmung in der Rothenbach-Halle?

Gut. Der Besuch war besser als erwartet. 3873 Besucher zählte der Gastgeber. Mehr waren in dieser Saison nur bei den Heimbegegnungen gegen Flensburg, Kiel und den Rhein-Neckar Löwen dabei. Aus Göppingen waren nur ein paar Anhänger mit nach Kassel gekommen.

MT: Appelgren, Sandström - Maric, Sellin 2, Schröder, Hildebrand, Danner 2, P. Müller 1, Boomhouwer, Rnic 11/7, Allendorf, Vuckovic 5, M. Müller 6, Grimm.

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