Handball-Bundesliga: Fäth und Co. treten am Sonntag im Hessenderby gegen Melsungen an

Die HSG Wetzlar ist so gut wie nie

Nach der Rückkehr von der Weltmeisterschaft noch nicht wieder in Top-Form: Wetzlars Steffen Fäth (links, hier gegen Melsungens Felix Danner). Archivfoto: Schachtschneider

Wetzlar/Melsungen. Natürlich steht HSG für Handballspielgemeinschaft. Aber nach dem bisherigen Verlauf der Bundesliga-Saison könnten diese drei Buchstaben im Fall der HSG Wetzlar auch eine Abkürzung für hungrig, schnell und geschickt sein. Denn für Wetzlars Trainer Kai Wandschneider sind dies Begriffe, die am ehesten die tollen Leistungen seines Teams in dieser Spielzeit charakterisieren.

„Ich bin mit der Hinrunde sehr zufrieden gewesen. Wir waren die Überraschungsmannschaft“, betont der frühere Dormagener. Zwischenzeitlich standen die Mittelhessen sogar auf dem dritten Tabellenplatz. Nach einigen Niederlagen zuletzt in Minden, daheim gegen Balingen und beim TV Großwallstadt fiel die HSG allerdings auf den neunten Rang zurück - nun mit einem Minuspunkt mehr belastet als der hessische Rivale MT Melsungen, der morgen ab 17.30 Uhr (live bei Sport 1) zum Derby in der Rittal-Arena zu Gast ist.

„Wir haben eine gute Mischung im Team“, lobt der Ex-Melsunger Daniel Valo die Zusammenstellung des Kaders. Vor Serienbeginn wussten die Verantwortlichen an der Lahn nicht, ob der eine oder andere Akteur rasch zur erhofften Verstärkung wird: Rechtsaußen Tobias Reichmann war in Kiel Bankdrücker, Michael Müller war während seiner Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen lange verletzt - und Fannar Thor Fridgeirsson hatte bis dahin überhaupt noch nicht in der 1. Bundesliga gespielt.

Wie gut die Einkäufe waren, zeigte sich nicht nur beim 33:26-Auftakterfolg gegen den Ex-Meister aus Hamburg, sondern auch mit den Siegen in Balingen, Magdeburg und vor allem Berlin. Nicht zu vergessen das 31:28 daheim gegen Lemgo, das 31:31 in eigener Halle gegen Flensburg und die hauchdünne 27:28-Niederlage gegen Kiel, das Mitte Dezember in Wetzlar auflief.

Gegen einige höher eingeschätzte Klubs in dieser Klasse hatte die HSG zuvor noch nie gepunktet. „Wir haben einige schwarze Serien gebrochen“, stellt Wandschneider erfreut fest. Und 22 Punkte hatte der Klub sonst erst am Ende der Saison, und nicht schon zur Halbzeit.

„Jetzt stecken wir in einer schwierigen Situation“, bedauert der HSG-Coach. Klar, seine Mannschaft muss dem hohen Kräfteverschleiß Tribut zollen. Weil Valo, Abwehrchef Alois Mraz und Philipp Müller wegen Verletzungen beziehungsweise Sperre vorübergehend fehlten, hatten die Kollegen weniger Verschnaufpausen. Weil gleich fünf Akteure (Reichmann, Steffen Fäth, Kevin Schmidt, Fridgeirsson, Kari Kristjan Kristjansson) bei der Weltmeisterschaft in Spanien im Einsatz waren, konnte das Team in der Winter-Vorbereitung kaum zusammen trainieren.

Noch nicht im Rhythmus

„So etwas geht nicht spurlos an so einer Mannschaft wie unserer vorüber“, erklärt Wandschneider. Ein Mann wie Fäth fand beispielsweise letzte Woche beim 26;28 in Aschaffenburg gegen Großwallstadt noch gar nicht seinen Rhythmus - völlig unpassend zum bisherigen Rundenverlauf.

Von Björn Mahr

Kommentar verfassen