Möglicher Wechsel von Leroy Sané zu Manchester City

Fußballtalente im Ausland: Mustafi top, Merkel ein Flop

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Soll mehr als 50 Millionen Euro Ablöse kosten: Top-Talent Leroy Sané (20) wechselt von Schalke 04 zu Manchester City.

Nun also wohl doch: Nationalspieler Leroy Sané wechselt offenbar vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 zu Manchester City – für angeblich mehr als 50 Millionen Euro.

Laut Bild-Zeitung hat sich der 20-Jährige mit dem von Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola trainierten Premier-League-Klub auf einen Vierjahresvertrag geeinigt.

Wechselt ein junger Spieler zu einem internationalen Topklub, geht er immer auch ein großes Risiko ein. Sané wäre nicht das erste deutsche Top-Talent, das im Ausland scheitert. Ein Überblick.

Wurde mit Leicester City englischer Meister: Robert Huth.

Warnendes Beispiel für Leroy Sané ist Lewis Holtby, früher ebenfalls Schalker. Nachdem der Jugendnationalspieler 2010 nach Mainz verliehen wurde und sich als einer der Bruchweg-Boys mit André Schürrle und Adam Szalai in die Herzen der Fans gespielt hatte, verkaufte Schalke ihn an die Tottenham Hotspurs nach England. Der Wechsel sollte sich jedoch als Flop herausstellen. Nach einer durchwachsenen Saison verliehen ihn die Spurs nach Fulham und verkauften ihn 2014 an den Hamburger SV. Dort bekommt er zwar Einsatzzeit – sein Talent blitzt aber nur noch selten auf.

Auch Alexander Merkel galt einst als großer Hoffnungsträger des DFB. Der Mittelfeldspieler mit kasachischen Wurzeln wechselte als 16-Jähriger vom VfB Stuttgart zum AC Mailand nach Italien – kam bei den Profis aber nur sechs Mal zum Einsatz. Nach erfolglosen Gastspielen beim CFC Genua (Italien), FC Watford (England) und bei den Grasshoppers Zürich (Schweiz) steht Merkel nun beim Serie-A-Klub Udinese Calcio unter Vertrag. In der vergangenen Saison spielte er jedoch lediglich 58 Minuten. Immerhin bestritt er 2015 sein erstes Länderspiel – für Kasachstan.

Es gibt aber auch Positivbeispiele: Aus nordhessischer Sicht sticht natürlich Shkodran Mustafi hervor. Der Defensivspieler aus Bebra wechselte 2009 vom Hamburger SV zum FC Everton auf die Insel. Erst in der Reserve des Premier-League-Klubs eingesetzt, wurde Sampdoria Genua auf den Nordhessen aufmerksam und verpflichtete ihn 2012. Seinen Durchbruch erlebte Mustafi, als Bundestrainer Joachim Löw ihn überraschend für die WM 2014 nominierte. Seitdem ist er eine feste Größe beim spanischen Erstligisten FC Valencia.

Galt einst als großes DFB-Talent: Alexander Merkel.

Zu den fast vergessenen deutschen Profis im Ausland zählt Robert Huth. Der 1,91-Meter-Hüne wagte 2001 als 17-Jähriger den Sprung von Union Berlin zum FC Chelsea nach England. Mit den Blues feierte er zwei Meisterschaften. 2004 debütierte er in der Nationalmannschaft, bei der WM 2006 lief er gegen Ecuador auf (3:0). Nach der WM wechselte Huth zum FC Middlesbrough, später zu Stoke City und 2015 zum Fast-Absteiger Leicester City, mit dem er in der vergangenen Saison sensationell Meister wurde. Auf der Insel genießt The German Wall, wie der 31-Jährige ehrfürchtig genannt wird, hohes Ansehen und ist seit Jahren Stammspieler.

Ebenfalls erfolgreich ins Ausland wechselte Emre Can (22). Der Jugendnationalspieler aus Frankfurt spielte erst in den Nachwuchsteams des FC Bayern München, mit 18 Jahren erstmals für die Profis. 2013 wechselte er nach Leverkusen, ein Jahr später zum FC Liverpool. Dort hat sich Can zuletzt unter Trainer Jürgen Klopp zum Leistungsträger entwickelt und den Sprung ins DFB-Team geschafft. Im EM-Halbfinale gegen Frankreich stand er in der Startelf.

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