Nach brutalem Foul in der Bundesliga: Mehr Ideen bei der Strafe

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Bitterer Moment: Augsburgs Dominik Kohr wird nach dem Foul des Mainzers José Rodriguez verletzt vom Platz getragen.

Nach dem dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga war das Foul des Mainzers Jose Rodriguez am Augsburger Dominik Kohr das große Thema. Dazu ein Kommentar von Florian Hagemann.

Auch mit ein bisschen Abstand bleibt das Foul des Mainzers José Rodriguez an Dominik Kohr brutal. Daran ändert selbst das Wissen nichts, dass der Augsburger nicht ganz so schlimm verletzt worden ist, wie es ursprünglich befürchtet worden war. Trotzdem täte es allen gut, die Szene rein sachlich zu beurteilen – und nicht mit Schaum vor dem Mund. Sonst wird Rodriguez plötzlich zu dem gemacht, was er nicht ist: ein Schwerverbrecher.

Rodriguez handelte im sportlichen Wettkampf – mit einer gehörigen Portion Über-Motivation. So schlimm es ist: Da passieren solche Dinge dann schon mal. Wichtig ist daher, wie darauf reagiert wird. Und hier zumindest ist den Mainzern nichts vorzuwerfen: Trainer Martin Schmidt machte sofort deutlich, dass er solch eine Aktion eines Spielers nicht dulde, der Spieler entschuldigte sich. Da gab es in der Geschichte der Bundesliga schon Zwischenfälle, die von weniger Einsicht begleitet wurden.

Bleibt die Frage nach dem richtigen Maß der Bestrafung. Hier schließlich kommt eine alte Forderung ins Spiel, die durchaus diskutiert werden sollte: Warum einen solchen Spieler nicht so lange sperren, bis derjenige wieder fit ist, den er gefoult hat? Eine solche Regelung wäre dann praktikabel, wenn zweifelsfrei feststeht, dass ein Foul ursächlich für eine Verletzung ist und der foulende Spieler die Verletzung billigend in Kauf genommen hat – wie im aktuellen Fall.

Da es eine solche Regelung aber noch nicht gibt, wird es leider so sein wie so oft: dass der Täter schneller wieder auf dem Platz steht als das Opfer. Das ist alles andere als gerecht.

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