Kommentar zu Mats Hummels: Weg ohne Applaus

Florian Hagemann über Mats Hummels

Mats Hummels will Borussia Dortmund verlassen und wird wohl zu Bayern München wechseln. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Dass Mats Hummels Borussia Dortmund um Freigabe gebeten hat und sein Transfer zu Bayern München damit nur noch Formsache ist, überrascht längst nicht mehr. Hummels hat seinen Fortgang ausgerechnet zum ärgsten Bundesliga-Konkurrenten professionell vorbereitet: Er sprach von schlaflosen Nächten, sein Vater erwähnte eher beiläufig München als mögliche nächste Station seines Sohnes.

Insofern fädelte Hummels den Coup geschickter ein als Mario Götze seinen Wechsel zu den Bayern, der so plötzlich kam wie Kai aus der Kiste und eine ganze Anhängerschar in Schockstarre versetzte. Die Dortmunder Fans werden ihn nicht mit Applaus verabschieden, trotzdem darf Hummels mit ein wenig mehr Verständnis rechnen als einst Götze.

Anders als Götze damals hat Hummels eine Münchner Vergangenheit, er kommt aus der Jugend des FC Bayern, sein Vater war dort Jugendtrainer. Auch seine Frau kommt aus München. Auf der Seite der weichen Faktoren hat Hummels also durchaus Argumente, die für ihn und einen solch außergewöhnlichen Wechsel sprechen.

Sie mildern das ein wenig ab, was dann schon wesentlich kritischer zu sehen ist: dass ein Kapitän eines Spitzenteams gerade zu jener Mannschaft wechselt, die er selbst jahrelang als Hauptkonkurrenten gesehen und bespielt hat. Zudem erscheinen seine einst harten Worte gegen Götze nun in einem anderen Licht. Somit verliert Hummels ein gutes Stück von seinem Image, der etwas andere Profi zu sein.

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