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Fragen und Antworten zum Thema Doping bei Olympia 2016

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Anti-Doping-Labor in Rio de Janeiro.

Rio de Janeiro - Die Doping-Problematik überschattet die Olympischen Sommerspiele bereits vor dem Beginn. Alle wichtigen Informationen zum Thema Doping bei Olympia 2016 im Überblick. 

Das Thema Doping hat die Olympischen Spiele in Rio fest im Griff. Staatliche, systematische Manipulationen in Russland, weitere massiv belastete Länder - und ein IOC, das sich vor Verantwortung drückt. Schon vor der Eröffnungsfeier am Freitag sind die Sommerspiele massiv beschädigt

Alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Doping-Kontrollen während der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. 

Wie viele Doping-Tests wird es in Rio de Janeiro geben?

Die Organisatoren wollen insgesamt mehr als 5000 Kontrollen durchführen, unmittelbar vor Beginn und während der Spiele in Brasilien. Analysiert werden sie im Anti-Doping-Labor in Rio selbst. Das hatte allerdings erst vor kurzem seine Zulassung durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zurückbekommen. Bei der Fußball-WM vor zwei Jahren mussten noch alle Proben in die Schweiz ausgeflogen und dort kontrolliert werden.

Bedeuten so viele Kontrollen also auch saubere Spiele?

Nein. Höchstwahrscheinlich werden nur eine Handvoll Athleten direkt erwischt werden. Meist aus Ländern, in denen das nötige 'Doping-Know-How' oder das Geld fehlt. Die meisten dopenden Athleten haben ihre Mittel längst abgesetzt. Denn den größten Effekt hat die Einnahme von Doping während der Vorbereitungsphase Monate vor den Spielen.

Warum wird dann dennoch so viel kontrolliert?

Einerseits um der Öffentlichkeit Handlungsfähigkeit nachzuweisen, andererseits um Proben für Nachtests zu haben. So konnten kurz vor Rio mit den heutigen neuen Analysemethoden massenhaft Dopingsünder der Olympischen Spielen in Peking 2008 und London 2012 überführt werden. Darunter mindestens 31 Medaillengewinner. Inzwischen dürfen Proben bis zu zehn Jahre danach noch nachgetestet werden.

Welche Länder stehen im Verdacht, ein massives Dopingproblem zu haben?

Das große Thema Russland hat den Blick auf die vielen weiteren "Problemkinder" verdeckt. In vielen afrikanischen Ländern gibt es nur rudimentäre Kontrollsysteme, Kenia musste beispielsweise lange um einen Start zittern. China und viele weitere, meist autokratische Länder, stehen seit Jahren im Verdacht, ebenfalls nicht genug gegen Doping zu unternehmen. Jedoch zu glauben, dass in der westlichen Welt nicht gedopt wird, wäre äußerst naiv.

Warum gibt es keine lebenslange Sperren für Sportler schon beim ersten Dopingverstoß?

Weil es rechtlich nicht durchsetzbar ist. Selbst eine lebenslange Olympiasperre ist nicht erlaubt. 2012 hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) eine entsprechende Regelung des britischen Olympischen Komitees (BOA) für unwirksam erklärt. Die überführten Sportler Dwain Chambers (Leichtathletik) und David Millar (Radsport) erstritten sich so ihren Olympiastart. 2011 hatte der CAS bereits die sogenannte Osaka-Regel des IOC für ungültig erklärt. Danach wurden überführte Doper für die darauf folgenden zwei olympischen Spiele gesperrt. Dies ist nicht erlaubt, weil es eine Doppelbestrafung darstellt.

Olympia 2016: Alle Infos zu den Wettkämpfen, Zeitplan, Sendeplan und Themenseite

Hier finden Sie alle Informationen zu den Wettkämpfen in Rio de Janeiro 2016 im Überblick und erfahren in unserem Sendeplan, wann welche Disziplin live im TV und im Stream zu sehen ist. Wir haben für Sie zusammengestellt, welche neuen Disziplinen es bei den Olympischen Spielen gibt und warum die Fußball-Mannschaft statt des DFB-Logos den Bundesadler auf den Trikots trägt. Wie Sie noch an Tickets für Olympia 2016 kommen können, erfahren Sie hier. Damit Sie immer besten informiert sind: Alle Infos und News rund um die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro bekommen Sie auf unserer Themenseite zu Olympia 2016.

SID

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