Nach Rennen bei Olympia

Unser Gold-Max rastet aus: "Armselig, wir gehen denen am Arsch vorbei"

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Die Kajakfahrer Max Rendschmidt (l.) und Marcus Groß.

Rio de Janeiro - Alle vier Jahre paddeln sich die Kanuten ins Rampenlicht der deutschen Olympia-Fans. Dann nämlich, wenn es um den Medaillenspiegel geht. Ansonsten fristet der Sport ein Schattendasein. Die beiden Olympiasieger machen sich deshalb Luft.

"Wir haben Gold", brüllten die Kajakfahrer Max Rendschmidt und Marcus Groß unmittelbar nach der Zielankunft ihrer Goldfahrt in die TV-Kamera. Die Freude war riesig. Als sich das Adrenalin noch nicht beruhigt hatte, schrien die beiden erneut. Dann allerdings deutlich lauter und ganz anders: Sie holten zum Rundumschlag aus. "Es ist armselig, was in Deutschland passiert. Wir heben jedes Mal bei Olympia alle vier Jahre den Medaillenschnitt deutlich an. Und dann gehen wir der Öffentlichkeit wieder am Arsch vorbei", sagte Rendschmidt. 

Einmal mehr geht es bei diesen Spielen um die Athletenförderung der deutschen Dachverbände einerseits, um mehr Aufmerksamkeit in den Medien andererseits. Mangels Sponsoren ist die finanzielle Situation für viele Kanuten angespannt. Die Sportler müssen um jeden Cent Unterstützung kämpfen. Rendschmidt findet: "Kanu-Sport taucht außer bei Olympia viel zu wenig im Fernsehen auf." 

Training statt Feiern: Ein weiterer Medaillentraum lebt

Tatsache ist: Die Kanufahrer haben bereits geliefert und liegen als einer von wenigen Verbänden im Bereich der Erwartungen. Der Sieg von Rendschmidt und Groß im Kajak-Zweier über 1000 Meter war bereits die zweite Goldmedaille der Kanuten in Rio - und längst sind die Wettbewerbe nicht vorbei.

Training statt Feiern heißt es deshalb auch für das Gold-Paar. Am Freitag steht der Vorlauf im Vierer an, auch dort soll eine Medaille her. "Wir werden heute Abend mit einem Wasser anstoßen", kündigte der Berliner Groß an, "am Samstag nach dem letzten Rennen können wir es mehr genießen." Durchgesickert ist tatsächlich. Es blieb beim Wasser. Zum Essen gab es immerhin Pizza. Gebrüllt wurde zu Tische dann wahrscheinlich nicht mehr.

mke

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