Olympia in Rio: Warum es die gespaltenen Spiele waren

Die Bilanz der Sommerspiele fällt geteilt aus. Ein Kommentar von HNA-Sportchef Frank Ziemke.

Das war es also in Rio. Die Spiele sind beendet. Zurück bleibt vor allem: ein großer Zwiespalt. Die Beurteilung eines solch ausufernden Großereignisses wird immer schwerer. In Brasilien ist das deutlicher geworden als jemals zuvor.

Rio war ein Hochsicherheitstrakt. Es gab Staus, Schlangen, Pannen. Es gab viel zu häufig leere Ränge, obwohl über 80 Prozent der Tickets verkauft waren. Dabei sein ist alles? Denkste. Dabei sind Großkonzerne, die im Zusammenspiel mit den Funktionären aus dem Großereignis auch ein Milliardengeschäft werden lassen. Die Spiele werden längst nicht mehr in erster Linie für die Sportler und ihre Fans gemacht.

Die Spiele werden gemacht von Menschen wie Thomas Bach, der ganz oben steht in der olympischen Familie, aber ihre Ideale mit Füßen tritt. Das Hickhack um die Zulassung russischer Sportler macht alle Bemühungen um sauberen Sport mit einem Schlag zunichte.

Trotzdem, und das dürfen wir nicht vergessen, schafft Olympia immer noch diese faszinierenden Momente. Wenn die Beachvolleyball-Mädels sich jubelnd in die Arme fallen und Neymar schluchzend zu Boden sinkt. Wenn ein verletzter Turner für seine Mannschaft weiterkämpft, und eine Läuferin ihre gestürzte Konkurrentin bis ins Ziel begleitet. Dann wissen wir: Die olympische Idee ist noch lange nicht am Ende. Doch der Zwiespalt, in dem die Spiele stecken, er ist in Rio deutlich geworden wie nie zuvor. 

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