Über Überraschungen im Tennis, Überraschungen beim Turnen und überraschende Schlachtrufe

Die Olympia-Top-Ten des Tages: Fehlalarm und Fahrstuhl-Pannen

Beachvolleyball mit mehr Textil: die Ägypterinnen Doaa Elgobashu/Nada Meawad.

Olympische Spiele, das ist mehr als Siege und Medaillen. Tag für Tag gibt es Herzergreifendes, Bewegendes, Kurioses. Unsere Top 10 des Tages.

1. Verlierer des Tages: Ist Brasiliens Hockeyteam der Männer, das gegen Belgien mit 0:12 verlor. Eine Niederlage in zweistelliger Höhe ist seit 1932 bei Olympia nicht mehr vorgekommen. Brasilien verschlechterte sich im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Spanien noch einmal. Das hatten die Südamerikaner 0:7 verloren, was durchaus noch als normal durchging. Sieben Gegentore für eine brasilianische Mannschaft in einer Ballsportart sind ja nichts Außergewöhnliches.

2. Unentschieden des Tages: Das erreichte der Irak im Fußballturnier der Männer. Es gelang nämlich gegen Gastgeber Brasilien mit Superstar Neymar. Am Ende stand es 0:0, und es war zugleich das zweite torlose Unentschieden für beide Teams bei diesem Turnier. In deren Gruppe A fiel in vier Spielen bisher erst ein Törchen: Dänemark besiegte Südafrika 1:0. Sollte Brasilien in seinem letzten Gruppenspiel gegen Dänemark auch wieder 0:0 spielen, droht das Aus. Spötter behaupten, die Gastgeber wollten einem Halbfinale gegen Deutschland aus dem Weg gehen.

3. Schlachtruf des Tages. Galt der fünfmalige Weltfußballerin Brasiliens. „Marta, Marta“, riefen die Fans der Gastgeber minutenlang. Was daran ungewöhnlich ist? Passierte beim Spiel der Männer gegen den Irak.

4. Fehlalarm des Tages: Ein Feueralarm im internationalen Fernsehzentrum sorgte während der ZDF-Übertragung aus Rio für eine Unterbrechung des Olympia-Programms. Weil die TV-Studios geräumt werden mussten, unterbrach das Zweite kurzzeitig seine Sendung aus Brasilien und zeigte stattdessen Inspector Barnaby. Enttäuschend: Auch er holte keine Medaille für Deutschland. Der Feueralarm entpuppte sich im Übrigen als Fehlalarm.

5. Ehepaar des Tages: Kate und Helen Richardson-Walsh sind gerade dabei, Geschichte zu schreiben. Sie sind nämlich das erste homosexuelle Ehepaar, das bei Olympia in einer Mannschaft um eine Medaille kämpft. Die beiden Hockeyspielerinnen gehören dem Team Großbritanniens an. Der Anfang ist gemacht. Gegen Australien gab es einen 2:1-Sieg. Für Helen hat Kate einst im Übrigen ihre Verlobung gelöst – mit Brett Garrard, dem früheren Kapitän der Männer-Nationalmannschaft.

6. Athlet des Tages: Zwei Fragen – erstens: Welcher Tennisspieler kann schon von sich behaupten, Novak Djokovic, die unangefochtene Nummer eins, bei Olympia geschlagen zu haben? Zweitens: Wer steckte schon einmal 40 Minuten in einem Fahrstuhl fest? Beides kommt doch eher selten vor. Der Argentinier Juan Martin del Potro jedoch erlebte nun sowohl das eine als auch das andere – und zwar am selben Tag. Erst steckte er im Fahrstuhl fest, dann besiegte er Djokovic. Ob das eine ursächlich war für das andere, ist allerdings nicht klar.

7. Tränen des Tages: Vergoss Novak Djokovic, nachdem sein Traum vom Gold bereits in Runde eins platzte – gegen Juan-Matrin del Potro. Der unterlegene Serbe verließ weinend den Platz. Die gute Nachricht für ihn: Er blieb an diesem Tag nicht im Fahrstuhl stecken.

8. Premiere des Tages: Für die sorgten Deutschlands Turnerinnen, die erstmals überhaupt in der Team-Endkampf einzogen. Elisabeth Seitz, Sophie Scheder, Kim Bui, Pauline Schäfer und Trainerin Ulla Koch haben diesen Erfolg errungen. Ganz klar: Die Turnerinnen befinden sich im Fahrstuhl auf dem Weg nach oben.

9. Outfit des Tages: Erinnern Sie sich noch an die strengen Kleidungsvorschriften im Beachvolleyball? Die nicht vorgaben, was gezeigt werden darf, sondern was gezeigt werden muss. Die Größe der Bikinis wurde streng begrenzt – Richtung: ziemlich knapp. 2012 kippte der Verband die unsinnige Regelung. Und so spielte in Rio das ägyptische Duo Doaa Elgobashu/Nada Meawad in langer Kleidung und mit Kopftuch. Sah bei einer Strandsportart natürlich ungewohnt aus. Nach der Niederlage gegen das deutsche Duo Laura Ludwig/Kira Walkenhorst sagte Elgobashu: „Ich bin stolz auf mein Kopftuch.“

10. Doppelpleiten des Tages: Und damit zurück zum Tennis, wo ein Gold sicher vergeben war. Im Damendoppel gewinnt wer? Natürlich Serena und Venus Williams. Wäre das vierte Mal gewesen. Doch dann das: 3:6, 4:6 gegen Lucie Safarova und Barbora Strycova aus Tschechien. In der ersten Runde! Hatte das US-Duo gemeinsam mit Andrea Petkovic und Angelique Kerber. Das 2:6, 2:6 gegen die Italienische Kombination Sara Errani/Roberta Vinci war vor allem für die Darmstädterin Petkovic bitter. Nach der Einzelpleite wollte sie sich doch voll aufs Doppel konzentrierten. Nun kann sie ausgiebig im olympischen Dorf frühstücken. Und häufiger Fahrstuhl fahren.

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