Olympische Premiere von Alexej Prochorov: "Ich bin enttäuscht von meinem Wettkampf" 

Anspannung im Wettkampf: Alexej Prochorow. Foto: afp

Der Versuch des Tröstens von Papa Dimitri (48) misslang. Der Gewichtheber aus Baunatal, der 1996 in Atlanta Elfter geworden war, vermochte es am Telefon nicht, seinen Sohn Alexej (26) aufzumuntern.

„Ich bin zu enttäuscht von meinem Wettkampf“, gestand der Filius am Morgen nach Rang 16 ein. 395 kg hatte er im Zweikampf bewältigt, aber seine Bestleistungen im Reißen mit 180 um 10 und im Stoßen mit 215 um 7 Kilogramm verfehlt. „Die Kraft war da, ganz klar. Ich wusste aus dem Training, dass ich mehr drauf habe. Aber ich habe diesmal kein Gefühl bekommen für den Griff an der Stange und für die Last“, bilanzierte Alex Prochorow vom nordhessischen GSV Eintracht Baunatal seine olympische Premiere. Drei gültige Versuche nur brachte er durch, „dreimal war es knapp, aber eben ungültig“.

Natürlich sei er nervöser gewesen als sonst. „Denn Olympia, das erlebst Du wie im Rausch, das ist ein cooles Ereignis“, sagt Prochorow. Allein das immense Medieninteresse auch an seinem Sport sei schlichtweg unglaublich. Diesmal startete der Neuling im Gegensatz zu Routinier Almir Velagic (9. mit 420 kg) noch in der B-Gruppe, wurde nur kurz im deutschen Fernsehen gezeigt. 2020 aber in Tokio soll er die nationale Nummer eins sein im Superschwergewicht und dann mehr im Fokus stehen.

Doch bis dahin ist der Weg noch weit. Nun war erst einmal durchatmen angesagt. Im Deutschen Haus gab’s „mehr als ein Bierchen, denn wir hatten ja immerhin die Medaillen der anderen zu feiern.“ Und einen kleinen Trost dann doch: Papa Dimitri hatte 1996 im Zweikampf „nur“ 390 kg bewältigt. 

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