Erste Pole seiner Karriere

Monaco-Quali: Ricciardo düpiert die Silberpfeile

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Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo startet in Monte Carlo von der Pole Position. 

Monte Carlo - Keine Chance für Mercedes diesmal. Nico Rosberg wird Zweiter, Lewis Hamilton Dritter. Dahinter landet Sebastian Vettel. An der Spitze steht aber Daniel Ricciardo. Dessen Red-Bull-Kollege Max Verstappen landet früh in einer Leitplanke.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton konnten die gute Laune von Premiere-Pole-Mann Daniel Ricciardo nur schwer ertragen. Der Red-Bull-Pilot schnappte dem Mercedes-Duo mit der ersten Pole Position seiner Karriere den besten Startplatz für den Formel-1-Klassiker in Monte Carlo weg. Mit Platz vier hinter Ricciardo, Rosberg und Hamilton musste sich Sebastian Vettel im Ferrari abfinden. Immerhin konnte sich das deutsche Ergebnis insgesamt sehen lassen: Fünfter wurde in der Qualifikation am Samstag Nico Hülkenberg im Force India.

An Ricciardo kam aber niemand ran. „Daniel war einfach schnell heute, das war's“, meinte Rosberg, kündigte aber unbeirrt an, an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) voll auf Sieg fahren zu wollen. Anders als der gebürtige Wiesbadener mit Wahlwohnsitz Monte Carlo hatte sich Hamilton auch rund zwei Stunden nach der Qualifikation noch immer nicht von einem erneuten Problem an seinem Mercedes erholt.

„Es ist normal geworden“, kommentierte er Erdbeeren essend und spürbar niedergeschlagen die Defektserie an seinem Silberpfeil. „Ich habe keine Power“, hatte er während der letzten K.o.-Runde an die Box gefunkt. Er hatte es mit seinem Wagen beim ersten Versuch nicht mal aus der Boxengasse geschafft. Die Mechaniker eilten zur Hilfe und schoben den Silberpfeil zurück in die Box. Wenige Minute später kam er zurück auf den Kurs.

Teamchef Toto Wolff zeigte Verständnis für den Frust des dreimaligen Weltmeisters: „Wenn er einen schlechten Tag hat, dann sieht man das. So ist sein Charakter.“ Man mache gerade schwere Zeiten durch, räumte Wolff mit Blick auf die Pannenserie ein. Diesmal waren es Probleme mit dem Benzindruck. In China und Russland war Hamilton vom Hybridsystem sogar ganz ausgebremst worden.

Die beste Laune unter den Verfolgern von Polesetter Ricciardo vor der Jagd durch die engen Straßen von Monaco hatte noch Vettel. „Wir haben ein großartiges Auto und eine großartige Pace“, betonte der 28-Jährige. „Ob wir beides zeigen können im Rennen, hängt davon ab, wie es sich entwickelt. In Monaco kann viel passieren.“

Klar ist aber, dass Red Bull wieder oben mitangekommen ist - auf jeden Fall auf dem speziellen 3,337 Kilometer langen Kurs im Fürstentum. Statistisch hat Ricciardo auch beste Aussichten auf den Sieg: In den vergangenen zwölf Rennen gewann zehnmal der Pole-Mann. „Es fühlt sich gut an, ich liebe diesen Ort schon immer, und das Auto ist auch gut“, betonte Ricciardo.

Dessen Teamkollege Max Verstappen hatte vor zwei Wochen in Spanien gewonnen. Nun aber musste der mit 18 Jahren jüngste Grand-Prix-Gewinner schon wieder einen Dämpfer hinnehmen: Er demolierte gleich zu Beginn der Qualifikation seinen Wagen und muss von weit hinten starten. „Ich hatte einfach zu früh eingelenkt, wollte zuviel. Das war eine Fehlkalkulation“, sagte er.

Die Qualifikation musste nach seinem Crash bereits zum zweiten Mal unterbrochen werden. In der ersten Minute war der Motor im Sauber von Felipe Nasr in Rauch aufgegangen, die Strecke hatte daraufhin erstmal gesäubert werden müssen.

Ohne Blechschaden wird es wohl auch im Rennen kaum zugehen. Zumal die Meteorologen für Sonntag mit gelegentlichen Schauern rechnen. Am Start wird sich dennoch womöglich schon alles entscheiden: Verteidigt Ricciardo die Pole, hilft den Verfolgern nur noch eine perfekte Strategie. Überholen ist so gut wie unmöglich.

Der Australier belegt zurzeit noch den fünften WM-Platz, er hat wie der viertplatzierte Vettel 52 Punkte weniger als Rosberg (100). Zweiter ist Kimi Räikkönen, mit 37 Punkten weniger als der dreimalige Monaco-Sieger. Der Finne kam im Ferrari auf Platz sechs, wegen eines unerlaubten Getriebewechsels muss Räikkönen aber von Rang elf starten. Hamilton, der wie Rosberg nach deren Karambolage von Katalonien zuletzt ohne Punkte blieb und seit dem 25. Oktober 2015 nun schon auf einen Sieg wartet, ist WM-Dritter mit 43 Punkten weniger als sein deutscher Teamrivale.

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dpa

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