Insgesamt 425 Sportler

Quartett aus der Region bei Olympia in Rio de Janeiro am Start

Siebenkämpferin Carolin Schäfer Foto: dpa

Kassel. Nun haben sie es alle Schwarz auf Weiß: Vier Sportler aus der Region nehmen an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro teil.

Zur Eröffnungsfeier am 5. August ist zwar noch keiner aus dem Quartett in Rio, doch in den Tagen danach landen die Bad Wildunger Siebenkämpferin Carolin Schäfer (24), die Baunataler Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz (24), Mittelstreckler Florian Orth (26) aus Treysa und Gewichtheber Alexej Prochorow (26) vom GSV Eintracht Baunatal auf dem Internationalen Flughafen Galeao in der Metropole am Zuckerhut. Die vier Nordhessen gehören zum insgesamt 425-köpfigen Aufgebot, das die deutschen Farben bis zum 21. August vertreten wird.

Bremer folgt am Donnerstag

In der abschließenden Nominierungssitzung am Dienstag in Frankfurt wurden 247 Sportler benannt. Erst am Donnerstag werden allerdings die Aufgebote im Fußball (Frauen/Männer) und Handball (Männer) bekanntgegeben. Die Reiter foglen am Sonntag – sie warten den Chio in Aachen noch ab. Dass am Donnerstag noch eine weitere Sportlerin hinzukommt, gilt als ausgemacht: Fußballerin Pauline Bremer aus Göttingen ist im Nationalteam gesetzt. Die Birkenbringhäuserin Jennifer Cramer indes befindet sich nach einer langwierigen Verletzung gerade erst wieder im Aufbautraining.

Gewichtheber Alexej Prochorow Foto: dpa

Schäfers Nominierung ist keine Überraschung mehr, Dutkiewicz und Orth ahnten zwar, dass sie zum Olympia-Kreis gehören, wollten aber die endgültige Nominierung abwarten. Der, der im Prinzip schon seit Dezember weiß, dass er nach Rio fliegt, betreibt aber eine Sportart, die es selten, wohl aber vor Sommerspielen regelmäßig in die Schlagzeilen schafft: Gewichtheber Prochorow, gewissermaßen der Matthias Steiner der Region. Denn genau wie der Überraschungs-Olympiasieger von 2008 startet er im Schwergewicht.

„Damit erfüllt sich für mich ein Kindheitstraum“, sagt der 26-Jährige, der im Bundesleistungszentrum in Leimen trainiert. „Ich kenne die Olympischen Spiele seit meiner Kindheit. Mein Vater hat 1996 selbst im Schwergewicht an Olympia in Atlanta teilgenommen. Nun bin ich dabei. Es war immer ein Ziel von mir. Dass es nun amtlich ist, macht mich megaglücklich. Ich freue mich darauf, bis zur Schlussfeier in Rio die tolle Atmosphäre eines solchen Großereignisses kennenzulernen.“

Auch Dutkiewicz ist die Freude anzumerken. Zumindest, nachdem sie endlich die offizielle Bestätigung gelesen hat, dass sie auch wirklich dabei ist. Denn von ihrer Olympia-Nominierung erfahren die Athleten nicht per Anruf oder Mail vom Bundestrainer, sondern müssen sich die Informationen über die Homepage des Deutschen Olympischen Sportbundes besorgen. „Das ist total verrückt. Ich habe als Kind immer davon geträumt. 2012 hat meine beste Freundin Maral Feizbakhsh an den Sommerspielen in London teilgenommen. Da war vieles schon greifbar. Seit drei Jahren war Olympia auch für mich ein realistisches Ziel. Nun habe ich das tatsächlich geschafft. Das entlohnt für all die Rückschläge, die man im Training so oft erlebt“, sagt die 24-Jährige.

Ihr Freund Maik Emmerich, der zugleich ihr Physiotherapeut ist, hatte Tickets nach Rio übrigens schon gebucht, als sie die Olympianorm noch gar nicht geknackt hatte. Umso größer ist nun die Freude. Am 10. oder 11. August geht es für sie an den Zuckerhut – ins Abenteuer Olympia.

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